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Objekttyp: Zeichnung / Federzeichnung
Landschaft mit bewachsener Felskulisse
Kupferstichkabinett
Die Zeichnung wirkt beinah wie ein Pflanzenstillleben. Seghers war der Sohn eines reichen Seidenhändlers. Zwischen 1609 und 1614 ging er bei Jan Brueghel d. Ä. in die Lehre, 1614 trat er in den Jesuitenorden ein und erhielt 1625 in Brüssel seine Weihe zum Priester. Am unteren Rand der Zeichnung scheint die eigenhändige Beschriftung von der Rückseite durch: Daniel Seghers. Soc.[ieta]tis JESV. Von 1625 bis 1627 weilte Seghers in Rom – vielleicht sind die sanften Hügel im Hintergrund der Zeichnung ein italienisches Echo. Nach Brueghels Tod stieg er zum führenden Blumenmaler Antwerpens auf.
Vorzeichnung zum Titelblatt der Folge "Die Unglücke des jüdischen Volkes" (Inventiones Heemskerckianae)
Kupferstichkabinett
Van Heemskerck zeichnet sich selbst zweimal: als Porträtbüste am Sockel der Säule, umgeben von Malerattributen und seinem Künstlerwappen, sowie sitzend als fleißiger Zeichner. Sein Fuß samt Schatten zeigt auf die Signatur. Zum einen erinnert er sich zeichnend an seinen Aufenthalt in Rom, zum anderen inszeniert er sich als Autor seiner umfangreichsten graphischen Folge und stellt eine gültige Formel für sein Porträt auf.
Figurenstudien
Kupferstichkabinett
Von Adriaen Brouwer sind nur wenige Zeichnungen erhalten. Darunter gibt es einige in Format und Stil vergleichbare Blätter mit Figurenstudien, die aus demselben Skizzenbuch stammen dürften. Das Berliner Blatt vereint mehrere Einzelfiguren und eine Dreiergruppe um einen Tisch. Brouwer skizzierte zunächst grob mit dem schwarzen Stift, bevor er die Figuren in raschen Federzügen umriß. Dabei hielt er sich nicht sklavisch an die Kreideskizzen, einige ließ er unvollendet, so die Gruppe unten rechts. Sparsamste Pinsellavierungen, gegen das Weiß des Papieres abgesetzt, geben Licht und Schatten an. Die Gestalten sind bei aller Knappheit des Striches treffend charakterisiert. Links steht ein Mann in müßiger Haltung, die Hände auf dem Rücken verschränkt; die gleiche Figur erscheint nochmals verkleinert darunter und ein drittes Mal von vorne gesehen. Rechts sind zwei rauchende und zechende Kumpane wiedergegeben, die lachend zu einer sich die Nase zukneifenden Frau schauen – Figuren einer typischen Kneipenszene, wie man sie auch auf Gemälden Brouwers findet. Nur in wenigen Fällen jedoch läßt sich die Verwendung von derartigen Studien in seinen Bildern nachweisen. Adriaen Brouwer, zunächst in Haarlem, dann seit ca. 1630 in Antwerpen tätig, gilt als der bedeutendste Maler des Bauerngenres in den Niederlanden. Schon zu Lebzeiten waren seine Bilder geschätzt, sein Freund Peter Paul Rubens hatte mehrere in seiner Sammlung. Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 203, Kat. IV.48 (mit weiterer Literatur)