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Objekttyp: geschlossen (Gefäß)
Gefäß mit den Namen König Pepi I.
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieses große ovoide Gefäß aus Kalzit-Alabaster wurde sehr wahrscheinlich anlässlich des ersten Sedfestes von König Pepi gefertigt und fand mutmaßlich während der Feierlichkeiten Verwendung. Die Inschrift auf der Schulter erwähnt aber nicht nur das Fest, sondern auch den Namen des Pyramidenkomplexes Pharao Pepi I. nahe der im Alten Reich als Hauptstadt fungierenden Ortschaft Memphis. Das Sed-Fest war eine der wichtigsten Zeremonien für den König, das, so wird vermutet, nach den ersten 30 Jahren seiner Herrschaft stattgefunden hat. Während dieser Zeremonie musste der König zahlreiche Riten vollziehen, die für eine Erneuerung seiner Macht und Lebenskraft sorgten. Vermutlich wurden Sed-Feste jedoch häufiger gefeiert als nur alle 30 Jahre. (R. Kuhn)
Eiförmiges Gefäß mit drei aufgemalten Gesichtern im Schulterbereich
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das hohe, eiförmige Gefäß hat eine breite Öffnung mit einem geraden, hohen Hals und endet in einem spitz zulaufenden Boden. Im unteren Drittel des Bauches sind leicht eingedrückte Striemen erkennbar, welche aus der Herstellung auf einer schnell drehenden Töpferscheibe resultieren. Dekorative Elemente sind lediglich im Schulterbereich vorhanden. Zwischen jeweils zwei dünn aufgetragenen horizontalen Linien sind drei Gesichter dargestellt. Besonders hervorgehoben sind die großen, schmalen Augen sowie die langen, spitzen Ohren. Mit roter Farbe wurden die Wangen und Ohren des Wesens betont, der Stirnbereich und Hals mit flüchtigen dicken Strichen. Am unteren Ende der Ohren verläuft jeweils eine geschwungene Linie halbkreisförmig hinab bis sie schließlich in einer angedeuteten Schlaufe endet. Diese Darstellungen sind ein typisches Motiv für den Norden Nubiens, die keine Parallelen im römischen Ägypten haben. Oftmals werden sie als Dämonen angesprochen, die, en face dargestellt, eine schützende Wirkung erzielen sollten. (N. Overesch)
Bauchiges Gefäß mit langem Hals („Beerjar“) und horizontalem Dekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das hohe Gefäß hat einen langen, geraden Hals, der in einer leicht ovalen Öffnung mündet. Diese Verformung wurde erst im lederharten Zustand des Gefäßes verrichtet. Die Oberfläche des Gefäßes ist mit einem dunkelroten Überzug versehen. Kurz unter dem Schulteransatz wurde auf der schnell drehenden Töpferscheibe mit einem Pinsel die Bemalung ausgeführt, welche aus abwechselnd schwarzen und gelblichen Linien besteht, von denen sich die mittlere besonders breit erstreckt. Solche Gefäße dienten hauptsächlich zur Kühlung von Flüssigkeiten. Ob dieser Typ, wie die Bezeichnung vermuten lässt, tatsächlich für Bier verwendet wurde, bleibt vorerst noch eine ungeklärte Forschungsfrage. Gesichert ist hingegen, dass diese Form typisch für die Kulturgruppen des nördlichen Sudans ist. (N. Overesch)
Ovoides Gefäß ("B-Ware") mit Topfmarke
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Wenngleich die Form dieses zur B-Ware gehörenden Gefäßes charakteristisch ist, weist es doch eine Besonderheit auf: eine so genannte Ritz- oder Topfmarke, die nach dem Brand in die Gefäßoberfläche eingeritzt worden ist. Solche Markierungen, die teils vor, teils nach dem Brand angebracht worden sind, dürften weit über den normalen dekorativen Charakter hinausgehen. Ihre tatsächliche Bedeutung ist allerdings bis heute noch weitgehend umstritten. Wahrscheinlich geben sie Hinweise auf den geplanten Inhalt, Besitzer oder gar die Produktionsstätte der Gefäße oder Waren. Markant ist bei dem aus Grab 1426 in Naqada stammenden Gefäß das nach unten offene „U“, welches an die altägyptische Zahl „10“ erinnert. Ob es sich aber tatsächlich auch bei dieser Einritzung bereits um ein Zahlzeichen handelt, bleibt allerdings höchst ungewiss. (Robert Kuhn)
Biergefäß ("Beerjar") mit Kammdekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das bauchige Gefäß hat einen breiten, nach oben leicht verjüngenden Hals und wird allgemein als „beerjar“ bezeichnet. Im Schulterbereich wurde mithilfe eines Kammes ein horizontal umlaufendes Fischgrätenmuster eingedrückt. Unter diesem, am Übergang zum Bauch, wurde abschnittsweise ein weiteres strahlenförmiges Dekor mit demselben Kamm angebracht. Diese handgemachte Variante ist typisch für die Kulturgruppen des südlichen Sudans, im Norden wurden solche Gefäße hingegen auf der Töpferscheibe hergestellt (vgl. ÄM 20938). (N. Overesch)
Scherbe eines Vorratsgefäßes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Mit floralen Motiven bemalte Gefäße aus Achet-Aton sind zahlreich belegt. Als Dekor nimmt gerade die Lotosblüte als symbolhaftes Motiv einen hohen Stellenwert ein. Die verwendeten Farben Blau, Rot und Schwarz konnten auf den reinen Gefäßgrund oder auf weißer Grundierung aufgetragen werden, die den Farben mehr Leuchtkraft verlieh. Die oft unsorgfältige Bemalung der Gefäße sowie die schwungvollen Pinselstriche zeugen von einem schnellen Fertigungsprozess. Nach: Breuer, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 368 (Kat.-Nr. 152).
Einhenklige Tasse
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Krüge und Schalen zählen zum Alltagsgeschirr, welches in jedem Haushalt Amarnas verwendet und vielfach hergestellt wurde. Behältnisse des täglichen Gebrauchs wurden aus Ton gefertigt und anschließend im Ofen hartgebrannt. Die so entstandenen Keramikgefäße und -schalen waren sehr haltbar und dienten in den jeweiligen Haushalten unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Einfachheit der Gefäße ohne zusätzliches Dekor verweist auf eine primär praktische Funktion. So wurden die Mehrheit der Gefäße zur Vorratshaltung, der Zubereitung sowie dem Transport und dem Verzehr von Lebensmitteln genutzt. Einhenklige Krüge wurden beispielsweise zum Schöpfen von Flüssigkeiten aus großen Vorratsgefäßen genutzt. (S. Breuer)
Scherbe eines bemalten Vorratsgefäßes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Mit floralen Motiven bemalte Gefäße aus Achet-Aton sind zahlreich belegt. Als Dekor nimmt gerade die Lotosblüte als symbolhaftes Motiv einen hohen Stellenwert ein. Die verwendeten Farben Blau, Rot und Schwarz konnten auf den reinen Gefäßgrund oder auf weißer Grundierung aufgetragen werden, die den Farben mehr Leuchtkraft verlieh. Die oft unsorgfältige Bemalung der Gefäße sowie die schwungvollen Pinselstriche zeugen von einem schnellen Fertigungsprozess. Nach: Breuer, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 368 (Kat.-Nr. 152).
Scherbe
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Ein auffälliges Charakteristikum des Friedhofes im nubischen Kerma ist die große Anzahl der Fayencefunde. Bereits dem Ausgräber George A. Reisner fielen die blau und grün schimmernden Fragmente auf der Wüstenoberfläche auf. Weitere Fragmente fand er bei der Freilegung der Gräber. Scherben stellen den größten Teil der Fayencefunde in Kerma dar und sind nur noch teilweise bestimmten Gefäßtypen zuzuordnen. An manchen von ihnen lassen sich ägyptische Formen und Dekorationen erkennen, jedoch sind die Objekte mit kermatypischen Motiven viel zahlreicher. Die Fayenceherstellung war dort im Vergleich zu anderen Fundorten ausgesprochen fortschrittlich. Als Rohstoffe dienten unter anderem Sandstein, Kupferoxid und Holzkohle aus dieser Region. Häufig lagen die Fayencefragmente rund um die Hauptbestattungen. So wurde auch diese Scherbe mit Pflanzendekoration bei einer der beiden Hauptbestattungskammern im Grabtumulus K XVIII gefunden.
Gefäß mit floralem Dekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Bereits 1910 schenkte der Regierungsbaumeister und Architekt Paul Wrede dem Museum das unvollständig erhaltene Silbergefäß. In den über 100 Jahren, in denen sich das Objekt in der Sammlung befindet, hat es eine oder mehrere Restaurierungsmaßnahmen erfahren, über die jedoch keine Dokumentationen vorhanden sind. Ein ganz massiver Eingriff stellte eine großflächige Ergänzung mit Gips dar, die zur Verfälschung des Objektes geführt hat. Durch diese Ergänzung wurde das Gefäß zu einer Flasche mit rundem Boden verändert. Neben der Verfälschung der Form ist die Verwendung von Gips auf archäologischen Metallobjekten nicht fachgerecht. Im Zuge der Restaurierungsmaßnahmen in den Jahren 2014–2017 wurden alle Altrestaurierungsmaterialien entfernt und die originalen Fragmente reversibel aneinandergefügt, so dass nun das komplette Profil des Gefäßes lesbar ist. Obwohl von dem Gefäß nur wenige Fragmente vorhanden sind, ist deutlich erkennbar, dass es sich um ein bemerkenswertes Objekt handelt. Allein das Material Silber verweist auf einen Luxusgegenstand. Trotz fehlender Provenienz kann heute deren Herkunft rekonstruiert werden. Wir können uns sicher sein, dass sie zu einem Schatzfund gehören, der in dem heutigen Ort Zagazig, auch Tell Basta genannt, dem antiken Bubastis, im östlichen Delta gefunden wurde. Es lassen sich drei Funddaten nennen, von denen zwei nur wenig Tage voneinander entfernt liegen: der 22. September 1906 und 17. Oktober 1906. Inzwischen ist ein weiterer Hortfund dazugekommen der am 9. April 1992 zu Tage gefördert wurde. Wie die amerikanische Ägyptologin Christine Lilyquist durch umfangreiche Nachforschungen aufzeigen konnte, gehören wahrscheinlich alle Berliner Stücke zu dem Konvolut, das bereits am 22.9.1906 entdeckt wurde. Die dort gefundenen zahlreiche Gefäße weisen die gleichen Formen, Dekorationselemente und zeitgleiche Inschriften auf. Diese Objekte sind heute auf die Ägyptischen Sammlungen in Berlin, Kairo und New York verteilt. Es handelt sich dabei v.a. um Krüge, Becher, Flaschen, Siebe und Schalen. Damit haben wir ein königliches Tafelservice vor uns, das mit Wein in Verbindung steht. Dieser wurde in den Krügen serviert, nachdem er mit den Sieben gefiltert wurde, und anschließend aus den Bechern getrunken. Solch prunkvolles Geschirr wurde nur im Zuge von Festen verwendet. Eines der Gefäße aus dem Schatzfund ist das hier abgebildete geschlossene Silbergefäß (ÄM 20105). Es ist im Bauchbereich mit einem herzblattförmigen Motiv dekoriert, das schuppenartig ineinander greift und bei dem es sich um die stilisierte Wiedergabe von Weinblättern handelt. Im Halsbereich sehen wir ebenfalls ein florales Dekor, zu dem auch Lotosblütenblätter gehören – das Symbol für die Regeneration im Alten Ägypten schlechthin. (Jana Helmbold-Doyé)
Kugeliges Gefäß mit Pflanzendekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das kugelige Gefäß stammt aus einem Grab und fand sich in Brusthöhe des Verstorbenen. Die Öffnung ist mit einer breiten Lippe gestaltet unter der ein horizontaler, schwarzer Streifen aufgemalt ist. Ein zweiter folgt wenige Zentimeter darunter und verläuft im Winkel zum Schulteransatz. Im Schulterbereich sind zwei florale Ranken angebracht, die um das gesamte Gefäß verlaufen. Die obere stellt ein vegetabiles Motiv mit bohnenartigen Früchten dar, die untere ist als Weinranke gestaltet. Am Übergang zum Bauch sowie kurz über dem Boden sind jeweils zwei schwarze Linien zu sehen, die das Hauptmotiv einrahmen. Es besteht aus Palmenblättern, die jeweils durch drei Knospen auf langen zusammenlaufenden Stängeln unterbrochen werden. Die Blätter der Palme weisen seit jeher einen starken Bezug zum Jenseits auf; sie spenden Schatten und laden zur Erholung ein und ermöglichen dem Verstorbenen somit ein angenehmes Leben nach dem Tod. (N. Overesch)
Amphoriskos
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Name dieses kleinen Glasgefäßes beruht auf seiner amphorenähnlichen Form. Solche Glasgefäße galten aufgrund des hohen handwerklichen Geschicks, welches für ihre Herstellung nötig war, als Luxusgüter; sie wurden für die Aufbewahrung und den Transport wertvoller Flüssigkeiten wie Öl und Parfüm verwendet. Die Kunst der Glasverarbeitung und der –produktion kam etwa zur Mitte des Neuen Reiches, bereits vor der Herrschaft Thutmosis’ III., nach Ägypten. Die späte 18. Dynastie, in der dieses Gefäß entstand, wird als die Zeit der Hochblüte der altägyptischen Glasmanufaktur angesehen. Da für die Glasherstellung sehr hohe Temperaturen sowie spezielle Öfen benötigt wurden, galt diese Kunst vorerst als königliches Monopol. In Amarna kamen besonders viele Belege für die Glasverarbeitung sowie fertige Objekte zutage, jedoch wurden auch andernorts zahlreiche Glasobjekte gefunden, vor allem in den Elitenekropolen wie Saqqara. Die Herstellung solcher Glasgefäße war um einiges aufwendiger als z. B. die von Perlen. Geschmolzenes Glas wurde um einen Kern aus Sand gelegt und dann mit Glasfäden verziert, welche mit Zangen verformt wurden, um wellenförmige Muster zu erzeugen. Diese wurden dann geglättet. Bei unserem Objekt, wie auch bei vielen anderen zeitgleichen Exemplaren, ist die Grundfarbe dunkelblau, was meist durch Hinzugabe von Kobalt erzeugt wurde. Die gelbe Farbe wurde durch das Hinzugeben von Blei-Antimon gewonnen, weiß mit Kalzium-Antimon, das auch mit Kupfer versehen wurde, wollte man das helle Blau herstellen. Das birnenförmige Gefäß besitzt einen breiten, runden Fuß, einen zylindrischen Hals sowie einen blütenförmigen Rand. Der Körper des Gefäßes, der Rand sowie der Hals sind mit einem Wellenmuster aus abwechselnd undurchsichtigen gelben, weißen und hellblauen Fäden verziert. Parallel zieht sich ein Zickzackmuster über die Gefäßschulter, welches unten durch einen weißen Streifen begrenzt, jedoch oben teilweise durch einen gleichen Streifen verdeckt ist. Die s-förmigen, dunkelblauen Griffe wurden später in einem weiteren Arbeitsschritt angebracht und dienten zum Aufhängen des Gefäßes. Rand und Fuß wurden ebenfalls später hinzugefügt. (A. Hodgkinson)
Gefäß
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Keramikgefäße aus Kerma wie auch andere Fundstücke weisen sowohl nubische als auch ägyptische Formen und Herstellungsmethoden auf. Die ägyptischen Gefäße, welche vermutlich auf dem Handelsweg aus Ägypten nach Kerma kamen, stellen jedoch nur einen geringen Anteil von 11,5 % dar, zu denen auch dieses geschlossene Gefäß mit kugeligem Körper und Rundboden zählt. Es wurde zusammen mit einer der Nebenbestattungen im großen Tumulusgrab K III gefunden und stand zusammen mit anderen Keramikgefäßen in einer Ecke der Grabkammer.
Kugeliges Gefäß mit ehemals langer Tülle
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die „black-topped red-polished ware“ ist die am häufigsten belegte Gefäßgruppe des Friedhofs von Kerma. Sie zeichnet sich durch ihre schwarz geschmauchten Ränder aus, die in tiefes Rot übergehen, und unvergleichlich dünnwandig sind, weswegen der Ausgräber George A. Reisner fälschlicherweise annahm, sie seien auf einer Töpferscheibe gefertigt worden. Viele dieser Gefäße sind durch einen metallisch-weißen Streifen am Farbübergang von Schwarz zu Rot gekennzeichnet. Dieses kugelige Gefäß mit inzwischen abgebrochener Tülle diente womöglich als Wasserkühler. Es wurde bei einer Nebenbestattung im großen Tumulusgrab K III gefunden und stand mit anderen schwarz geschmauchten Gefäßen in Kopfnähe des Hauptbestatteten.
Scherbe
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Ein auffälliges Charakteristikum des Friedhofes im nubischen Kerma ist die große Anzahl der Fayencefunde. Bereits dem Ausgräber George A. Reisner fielen die blau und grün schimmernden Fragmente auf der Wüstenoberfläche auf. Weitere Fragmente fand er bei der Freilegung der Gräber. Scherben stellen den größten Teil der Fayencefunde in Kerma dar und sind nur noch teilweise bestimmten Gefäßtypen zuzuordnen. An manchen von ihnen lassen sich ägyptische Formen und Dekorationen erkennen, jedoch sind die Objekte mit kermatypischen Motiven viel zahlreicher. Die Fayenceherstellung war dort im Vergleich zu anderen Fundorten ausgesprochen fortschrittlich. Als Rohstoffe dienten unter anderem Sandstein, Kupferoxid und Holzkohle aus dieser Region. Häufig lagen die Fayencefragmente rund um die Hauptbestattungen. Die Scherbe mit Lotusblattdekoration wurde wahrscheinlich in oder nahe der Grabkapelle K II gefunden.
Vorratsgefäß mit bemaltem Kranzmuster
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die hellblau bemalte Keramik mit ihren Ornamenten ist für die Amarna-Periode charakteristisch. Als Farbpigment wurde Kobaltblau benutzt.
Bauchiges Gefäß mit abgesetzter Lippe und eingeritzter Darstellung einer Giraffe
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Das bauchige Gefäß mit abgeflachtem Boden und abgesetzter Lippe stammt aus den Grabungen von Guy Brunton in Matmar. Es wurde in Grab 1049, das in die ägyptische Frühzeit datiert, zusammen mit drei weiteren Gefäße sowie Perlen gefunden. Auf einer Seite zeigt das Gefäß eine eingeritzte Darstellung einer Giraffe. Diese waren in Ägypten relativ selten. Giraffen kamen aus Nubien und Punt nach Ägypten. Schon seit vorgeschichtlicher Zeit existieren jedoch Darstellungen der Paarhufer in Form von Felsbildern oder auf Schminkpaletten. Am häufigsten treten sie in Jagdszenen auf. Die Ägypter verwendeten die bunten Felle der Giraffen sowie ihre langen, schwarzen Schwanzhaare, z. B. für Gewänder und Schmuck. Aufgrund ihres langen Halses wurde die Hieroglyphe der Giraffe „sr“ mit „verkünden, prophezeien, vorhersehen“ übersetzt und dem Tier dadurch "hellseherische" Züge zugewiesen, da Giraffen Menschen und Tiere vorzeitig vor Raubtieren und Unwettern warnte. (J. Jancziak)
Randscherbe
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Ein auffälliges Charakteristikum des Friedhofes im nubischen Kerma ist die große Anzahl der Fayencefunde. Bereits dem Ausgräber George A. Reisner fielen die blau und grün schimmernden Fragmente auf der Wüstenoberfläche auf. Weitere Fragmente fand er bei der Freilegung der Gräber. Scherben stellen den größten Teil der Fayencefunde in Kerma dar und sind nur noch teilweise bestimmten Gefäßtypen zuzuordnen. An manchen von ihnen lassen sich ägyptische Formen und Dekorationen erkennen, jedoch sind die Objekte mit kermatypischen Motiven viel zahlreicher. Die Fayenceherstellung war dort im Vergleich zu anderen Fundorten ausgesprochen fortschrittlich. Als Rohstoffe dienten unter anderem Sandstein, Kupferoxid und Holzkohle aus dieser Region. Häufig lagen die Fayencefragmente rund um die Hauptbestattungen. Bei dem Objekt handelt es sich um die Randscherbe eines geschlossenen Gefäßes.
Bauchscherbe eines kugeligen Gefäßes mit Lotosblütendekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Ein auffälliges Charakteristikum des Friedhofes im nubischen Kerma ist die große Anzahl der Fayencefunde. Bereits dem Ausgräber George A. Reisner fielen die blau und grün schimmernden Fragmente auf der Wüstenoberfläche auf. Weitere Fragmente fand er bei der Freilegung der Gräber. Scherben stellen den größten Teil der Fayencefunde in Kerma dar und sind nur noch teilweise bestimmten Gefäßtypen zuzuordnen. An manchen von ihnen lassen sich ägyptische Formen und Dekorationen erkennen, jedoch sind die Objekte mit kermatypischen Motiven viel zahlreicher. Die Fayenceherstellung war dort im Vergleich zu anderen Fundorten ausgesprochen fortschrittlich. Als Rohstoffe dienten unter anderem Sandstein, Kupferoxid und Holzkohle aus dieser Region. Häufig lagen die Fayencefragmente rund um die Hauptbestattungen. Diese wurde jedoch im Korridor des Tumulusgrabes K IV gefunden. Es handelt sich um die Scherbe eines kugeligen Gefäßes mit Lotusblütendekoration.
Vorratsgefäß, bemalt, mit zwei galoppierenden Pferden, Anch-Zeichen und Was-Zeptern
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die zwei gescheckten Pferde sind in Bewegung sowie angeschirrt und mit einer Brustdecke versehen wiedergebeben. Pferde sind in Ägypten erst seit der 2. Zwischenzeit (um 1750 v. Chr.) bekannt. Sie wurden mit den Streitwagen aus dem asiatischen Raum durch die Hyksos eingeführt und waren fortan bei der Kriegsführung unentbehrlich. Darüber hinaus befinden sich auf dem Gefäß Darstellungen eines Anch-Zeichens, das zwei Was-Zepter in den Händen hält, sowie die Darstellung eines Pflanzenbouquets. (J. Jancziak)
Kanaanäische Amphore (Importware)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Amphoren dieser Art zählten zur Importkeramik, die in Achet-Aton zahlreich gefunden wurde. Das Gefäß weist einen schmalen Hals mit einem stabilen Henkel auf, der bis zur Gefäßschulter reicht. Ursprünglich wurden Amphoren für den Transport von Wein, Öl, Honig oder Harz mit einem Lehmverschluss versiegelt. Informationen zur Herkunft, dem Zielort oder dem Inhalt solcher Importkeramik geben vor allem gesiegelte Lehmverschlüsse sowie Beschriftungen an der Außenwandung der Gefäße. Eine weitere Möglichkeit, den ursprünglichen Herkunftsort zu ermitteln bzw. einzugrenzen, bietet die mikroskopische Untersuchung des verwendeten Tonmaterials und seiner Einschlüsse (wie beispielsweise Stroh, Häcksel, Sand und Kalkstein). Hierbei muss das Keramikmaterial der untersuchten Amphoren mit jenen des Herkunftsortes übereinstimmen. So trugen derartige Untersuchungen dazu bei, den Herstellungsort solcher Amphoren auf das Gebiet des süd-westlichen Syriens (Kanaan) festzusetzen. Mit dieser Region unterhielt Ägypten regen Handel. Eine Darstellung aus dem Grab des Ken-Amun, Vorsteher von Theben, veranschaulicht den recht freien Handel Ägyptens mit Syrien. Die besagte Szene zeigt das Abladen von Gütern durch syrische Händler im thebanischen Hafen sowie die anschließende Weiterverhandlung. Auf große Distanzen verschickte Waren wurden in Amphoren aufbewahrt und stammen auch aus anderen Gebieten wie z.B. den Oasen westlich des Niltals sowie aus weiteren Gegenden des östlichen Mittelmeerraumes. Die nach Achet-Aton importierten kanaanitischen Keramikgefäße sowie die so genannten Oasenwaren wurden sowohl in einfachen als auch in administrativen Wohnkomplexen gefunden. Aus. Breuer, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 244 (Kat.-Nr. 28).
Bierkrug
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Alltagsgeschirr wurde seit der prädynastischen Zeit aus Ton gefertigt. Dabei passte sich die Form der unterschiedlichen Gefäß- und Schalentypen den jeweiligen Bedürfnissen an. So diente die Mehrheit der Gefäße der Vorratshaltung, der Zubereitung sowie dem Transport und dem Verzehr von Lebensmitteln. Zur Gebrauchskeramik zählten u.a. Kochtöpfe, in denen auf Feuerstellen die tägliche Mahlzeit zubereitet wurde. Flüssigkeiten hingegen, wie Wasser, Bier und Wein, schöpfte man mit kleineren Krügen oder Trinkbechern aus großen Vorratsgefäßen. Hinweise zur Produktion einiger Gefäßtypen gibt eine Darstellung aus dem Grab des Ken-Amun in Theben, in welcher die Herstellung mit Hilfe einer Drehscheibe gezeigt wird. Neben bildlichen Darstellungen weisen archäologische Befunde wie Brennöfen im Areal von Q 48.4 in Achet-Aton darauf hin, dass Keramik für den lokalen Bedarf in der Nähe der Wohnhäuser hergestellt wurde. Auch in der so genannten „nördlichen Werkstatt“ von Q 48.4 wurde eine von Ziegeln umgebene rechteckige Grube freigelegt, in der sich ein Teil einer Töpferscheibe aus Basalt sowie Keramikscherben befanden. Aus: Breuer, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 246 (Kat.-Nr. 29).
Becher
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Trinkbecher sind sowohl archäologisch aus Siedlungen und Gräbern als auch aus Darstellungen sogenannter „Bankettszenen“ in Gräbern überliefert. Aus ihnen wurden Bier und Wein konsumiert. (J. Jancziak)
Kleine Kanne mit Kleeblattmündung ("Oinochoe/Kleeblattkanne") mit einem Sicheldekor im Schulterbereich
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die kleine Kleeblattkanne ist formgleich zu der im selben Grab aufgefundenen Oinochoe (ÄM 20863). Sie unterscheiden sich lediglich durch ihre Dekoration, welche in diesem Fall aus vier horizontalen schwarzen Linien besteht, von denen die beiden oberen teilweise ineinander übergehen. Zwischen den beiden Inneren sind insgesamt neun halbmondförmige Sicheln aufgemalt, die sich nach oben hin öffnen. Die Umrisszeichnung wurde mit schwarzer Farbe ausgeführt und das Innere flüchtig mit roter Farbe gefüllt. Kannen dieser Art wurden zum Servieren von Wein verwendet. (N. Overesch)
Kleine Kanne mit Kleeblattmündung ("Oinochoe/Kleeblattkanne")
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die kleine Kanne steht auf einem leicht abgesetzten Standring, welcher direkt in das bauchige Unterteil übergeht. Oberhalb der breitesten Stelle des in Rosa bemalten Bauches wurden insgesamt vier horizontale schwarze Linien aufgemalt. Zwischen den beiden Inneren ist ein tropfenförmiges Ornament zu erkennen, welches ursprünglich um das gesamte Gefäß lief, heute sind nur noch ca. zwei Drittel der Bemalung sichtbar. Die einzelnen Glieder wurden zunächst in schwarzer Umrandung gezeichnet bevor ihr Inneres mit roter Farbe ausgefüllt wurde. Häufig wurde die Binnenfarbe über die Umrisszeichnung hinaus gemalt, sodass ein eher unsauberer und nachlässiger Eindruck bei der Ausführung der Dekoration entsteht. Aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um eine Massenproduktion handelt, ist dies aber nicht verwunderlich. Für die farbliche Gestaltung des kleeblattförmigen Ausgusses wurde die gleiche rote Farbe verwendet. Unmittelbar oberhalb der Verzierung setzt ein Henkel an, dessen unteres Ende mit Hilfe eines Daumens an die Gefäßwand gedrückt wurde. Der Daumenabdruck ist bis heute sichtbar. Diese Gefäßform ist im mediterranen Raum unter der Bezeichnung „Oinochoe“ bekannt und diente seit minoischer Zeit zum Ausschenken von Wein. Die Kanne wurde in einem Grab gefunden, das sehr schlecht erhalten war, in welchem sich allerdings noch eine zweite, ähnlich große Oinochoe dieser Art befunden hat (ÄM 20844). (N. Overesch)
Eckige Flasche mit abgesetztem Hals und angesetztem, geriffeltem Henkel
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die vierkantige, hohe Flasche wurde aus grünem Glas mit Hilfe eines Models geblasen und weist einen quadratischen Boden auf. Direkt unterhalb der Mündung setzt ein breiter, in S-Form geschwungener und gerippter Henkel an, dessen Ende an der Schulter befestigt wurde. Flaschen dieser Form erfreuten sich während der gesamten römischen Zeit, vor allem zwischen dem 1. bis 4. Jh. n. Chr., großer Beliebtheit. Dies zeigt sich nicht nur an der langen Verwendungszeit, sondern auch an dem Verbreitungsradius, der die gesamte Mittelmeerwelt und Gebiete darüber hinaus einschließt. So fanden sich ähnliche Objekte zum Beispiel in der heutigen Ukraine, wo sie zusammen mit Funden von Modeln eine lokale Produktion bezeugen. Im funerären Kontext wurden sie meist als Behälter für Duftstoffe verwendet. (N. Overesch)
Krug mit horizontalem Streifendekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der bauchige Krug („Lekythos“) steht auf einem schmalen, abgesetzten Standring, der zylindrisch in den breiten Bauch übergeht. Der Schulterbereich verläuft schräg ansteigend hin zu einem schmalen Hals, an dessen oberen Ende ein senkrechter Henkel bis zum Schulteransatz angebracht wurde. Die trompetenförmige Mündung ist typisch für diese, ehemalig aus Griechenland stammende, Gefäßform. Um den Hals, den Henkel und den Bauch sind Reste von schwarzen, horizontalen Streifen erkennbar, die jeweils mittig durch einen helleren durchbrochen werden. Weitere Verzierungen wurden während des Drehvorgangs auf der Scheibe vorgenommen. Hierbei wurden einzelne, horizontale Linien ausgearbeitet, sodass die Oberfläche nicht eben erscheint. Der kaolinhaltige Ton könnte auf einen Import aus der Region um Assuan hindeuten. Das Objekt wurde im Außenbereich eines Grabes gefunden und wurde möglicherweise als rituelles Gefäß während der Bestattung verwendet oder ist ein Zeugnis von späteren Besuchen am Grab. (N. Overesch)