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Objekttyp: geschlossen (Gefäß)
Scherbe eines Vorratsgefäßes
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Mit floralen Motiven bemalte Gefäße aus Achet-Aton sind zahlreich belegt. Als Dekor nimmt gerade die Lotosblüte als symbolhaftes Motiv einen hohen Stellenwert ein. Die verwendeten Farben Blau, Rot und Schwarz konnten auf den reinen Gefäßgrund oder auf weißer Grundierung aufgetragen werden, die den Farben mehr Leuchtkraft verlieh. Die oft unsorgfältige Bemalung der Gefäße sowie die schwungvollen Pinselstriche zeugen von einem schnellen Fertigungsprozess. Nach: Breuer, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 368 (Kat.-Nr. 152).
Gefäß mit den Namen König Pepi I.
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieses große ovoide Gefäß aus Kalzit-Alabaster wurde sehr wahrscheinlich anlässlich des ersten Sedfestes von König Pepi gefertigt und fand mutmaßlich während der Feierlichkeiten Verwendung. Die Inschrift auf der Schulter erwähnt aber nicht nur das Fest, sondern auch den Namen des Pyramidenkomplexes Pharao Pepi I. nahe der im Alten Reich als Hauptstadt fungierenden Ortschaft Memphis. Das Sed-Fest war eine der wichtigsten Zeremonien für den König, das, so wird vermutet, nach den ersten 30 Jahren seiner Herrschaft stattgefunden hat. Während dieser Zeremonie musste der König zahlreiche Riten vollziehen, die für eine Erneuerung seiner Macht und Lebenskraft sorgten. Vermutlich wurden Sed-Feste jedoch häufiger gefeiert als nur alle 30 Jahre. (R. Kuhn)
Amphoriskos
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Name dieses kleinen Glasgefäßes beruht auf seiner amphorenähnlichen Form. Solche Glasgefäße galten aufgrund des hohen handwerklichen Geschicks, welches für ihre Herstellung nötig war, als Luxusgüter; sie wurden für die Aufbewahrung und den Transport wertvoller Flüssigkeiten wie Öl und Parfüm verwendet. Die Kunst der Glasverarbeitung und der –produktion kam etwa zur Mitte des Neuen Reiches, bereits vor der Herrschaft Thutmosis’ III., nach Ägypten. Die späte 18. Dynastie, in der dieses Gefäß entstand, wird als die Zeit der Hochblüte der altägyptischen Glasmanufaktur angesehen. Da für die Glasherstellung sehr hohe Temperaturen sowie spezielle Öfen benötigt wurden, galt diese Kunst vorerst als königliches Monopol. In Amarna kamen besonders viele Belege für die Glasverarbeitung sowie fertige Objekte zutage, jedoch wurden auch andernorts zahlreiche Glasobjekte gefunden, vor allem in den Elitenekropolen wie Saqqara. Die Herstellung solcher Glasgefäße war um einiges aufwendiger als z. B. die von Perlen. Geschmolzenes Glas wurde um einen Kern aus Sand gelegt und dann mit Glasfäden verziert, welche mit Zangen verformt wurden, um wellenförmige Muster zu erzeugen. Diese wurden dann geglättet. Bei unserem Objekt, wie auch bei vielen anderen zeitgleichen Exemplaren, ist die Grundfarbe dunkelblau, was meist durch Hinzugabe von Kobalt erzeugt wurde. Die gelbe Farbe wurde durch das Hinzugeben von Blei-Antimon gewonnen, weiß mit Kalzium-Antimon, das auch mit Kupfer versehen wurde, wollte man das helle Blau herstellen. Das birnenförmige Gefäß besitzt einen breiten, runden Fuß, einen zylindrischen Hals sowie einen blütenförmigen Rand. Der Körper des Gefäßes, der Rand sowie der Hals sind mit einem Wellenmuster aus abwechselnd undurchsichtigen gelben, weißen und hellblauen Fäden verziert. Parallel zieht sich ein Zickzackmuster über die Gefäßschulter, welches unten durch einen weißen Streifen begrenzt, jedoch oben teilweise durch einen gleichen Streifen verdeckt ist. Die s-förmigen, dunkelblauen Griffe wurden später in einem weiteren Arbeitsschritt angebracht und dienten zum Aufhängen des Gefäßes. Rand und Fuß wurden ebenfalls später hinzugefügt. (A. Hodgkinson)
Randscherbe
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Ein auffälliges Charakteristikum des Friedhofes im nubischen Kerma ist die große Anzahl der Fayencefunde. Bereits dem Ausgräber George A. Reisner fielen die blau und grün schimmernden Fragmente auf der Wüstenoberfläche auf. Weitere Fragmente fand er bei der Freilegung der Gräber. Scherben stellen den größten Teil der Fayencefunde in Kerma dar und sind nur noch teilweise bestimmten Gefäßtypen zuzuordnen. An manchen von ihnen lassen sich ägyptische Formen und Dekorationen erkennen, jedoch sind die Objekte mit kermatypischen Motiven viel zahlreicher. Die Fayenceherstellung war dort im Vergleich zu anderen Fundorten ausgesprochen fortschrittlich. Als Rohstoffe dienten unter anderem Sandstein, Kupferoxid und Holzkohle aus dieser Region. Häufig lagen die Fayencefragmente rund um die Hauptbestattungen. Bei dem Objekt handelt es sich um die Randscherbe eines geschlossenen Gefäßes.
Bauchscherbe eines kugeligen Gefäßes mit Lotosblütendekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Ein auffälliges Charakteristikum des Friedhofes im nubischen Kerma ist die große Anzahl der Fayencefunde. Bereits dem Ausgräber George A. Reisner fielen die blau und grün schimmernden Fragmente auf der Wüstenoberfläche auf. Weitere Fragmente fand er bei der Freilegung der Gräber. Scherben stellen den größten Teil der Fayencefunde in Kerma dar und sind nur noch teilweise bestimmten Gefäßtypen zuzuordnen. An manchen von ihnen lassen sich ägyptische Formen und Dekorationen erkennen, jedoch sind die Objekte mit kermatypischen Motiven viel zahlreicher. Die Fayenceherstellung war dort im Vergleich zu anderen Fundorten ausgesprochen fortschrittlich. Als Rohstoffe dienten unter anderem Sandstein, Kupferoxid und Holzkohle aus dieser Region. Häufig lagen die Fayencefragmente rund um die Hauptbestattungen. Diese wurde jedoch im Korridor des Tumulusgrabes K IV gefunden. Es handelt sich um die Scherbe eines kugeligen Gefäßes mit Lotusblütendekoration.
Scherbe
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Ein auffälliges Charakteristikum des Friedhofes im nubischen Kerma ist die große Anzahl der Fayencefunde. Bereits dem Ausgräber George A. Reisner fielen die blau und grün schimmernden Fragmente auf der Wüstenoberfläche auf. Weitere Fragmente fand er bei der Freilegung der Gräber. Scherben stellen den größten Teil der Fayencefunde in Kerma dar und sind nur noch teilweise bestimmten Gefäßtypen zuzuordnen. An manchen von ihnen lassen sich ägyptische Formen und Dekorationen erkennen, jedoch sind die Objekte mit kermatypischen Motiven viel zahlreicher. Die Fayenceherstellung war dort im Vergleich zu anderen Fundorten ausgesprochen fortschrittlich. Als Rohstoffe dienten unter anderem Sandstein, Kupferoxid und Holzkohle aus dieser Region. Häufig lagen die Fayencefragmente rund um die Hauptbestattungen. Die Scherbe mit Lotusblattdekoration wurde wahrscheinlich in oder nahe der Grabkapelle K II gefunden.
"Meat jar" (Vorratsgefäß), mit Topfmarke
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Krüge und Schalen zählen zum Alltagsgeschirr, welches in jedem Haushalt Amarnas verwendet und vielfach hergestellt wurde. Behältnisse des täglichen Gebrauchs wurden aus Ton gefertigt und anschließend im Ofen hartgebrannt. Die so entstandenen Keramikgefäße und -schalen waren sehr haltbar und dienten in den jeweiligen Haushalten unterschiedlichen Bedürfnissen. Die Einfachheit der Gefäße ohne zusätzliches Dekor verweist auf eine primär praktische Funktion. So wurden die Mehrheit der Gefäße zur Vorratshaltung, der Zubereitung sowie dem Transport und dem Verzehr von Lebensmitteln genutzt. (S. Breuer)
Krug mit horizontalem Streifendekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der bauchige Krug („Lekythos“) steht auf einem schmalen, abgesetzten Standring, der zylindrisch in den breiten Bauch übergeht. Der Schulterbereich verläuft schräg ansteigend hin zu einem schmalen Hals, an dessen oberen Ende ein senkrechter Henkel bis zum Schulteransatz angebracht wurde. Die trompetenförmige Mündung ist typisch für diese, ehemalig aus Griechenland stammende, Gefäßform. Um den Hals, den Henkel und den Bauch sind Reste von schwarzen, horizontalen Streifen erkennbar, die jeweils mittig durch einen helleren durchbrochen werden. Weitere Verzierungen wurden während des Drehvorgangs auf der Scheibe vorgenommen. Hierbei wurden einzelne, horizontale Linien ausgearbeitet, sodass die Oberfläche nicht eben erscheint. Der kaolinhaltige Ton könnte auf einen Import aus der Region um Assuan hindeuten. Das Objekt wurde im Außenbereich eines Grabes gefunden und wurde möglicherweise als rituelles Gefäß während der Bestattung verwendet oder ist ein Zeugnis von späteren Besuchen am Grab. (N. Overesch)
Kleine Kanne mit Kleeblattmündung ("Oinochoe/Kleeblattkanne") mit einem Sicheldekor im Schulterbereich
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die kleine Kleeblattkanne ist formgleich zu der im selben Grab aufgefundenen Oinochoe (ÄM 20863). Sie unterscheiden sich lediglich durch ihre Dekoration, welche in diesem Fall aus vier horizontalen schwarzen Linien besteht, von denen die beiden oberen teilweise ineinander übergehen. Zwischen den beiden Inneren sind insgesamt neun halbmondförmige Sicheln aufgemalt, die sich nach oben hin öffnen. Die Umrisszeichnung wurde mit schwarzer Farbe ausgeführt und das Innere flüchtig mit roter Farbe gefüllt. Kannen dieser Art wurden zum Servieren von Wein verwendet. (N. Overesch)
Eckige Flasche mit abgesetztem Hals und angesetztem, geriffeltem Henkel
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die vierkantige, hohe Flasche wurde aus grünem Glas mit Hilfe eines Models geblasen und weist einen quadratischen Boden auf. Direkt unterhalb der Mündung setzt ein breiter, in S-Form geschwungener und gerippter Henkel an, dessen Ende an der Schulter befestigt wurde. Flaschen dieser Form erfreuten sich während der gesamten römischen Zeit, vor allem zwischen dem 1. bis 4. Jh. n. Chr., großer Beliebtheit. Dies zeigt sich nicht nur an der langen Verwendungszeit, sondern auch an dem Verbreitungsradius, der die gesamte Mittelmeerwelt und Gebiete darüber hinaus einschließt. So fanden sich ähnliche Objekte zum Beispiel in der heutigen Ukraine, wo sie zusammen mit Funden von Modeln eine lokale Produktion bezeugen. Im funerären Kontext wurden sie meist als Behälter für Duftstoffe verwendet. (N. Overesch)
Kleine Kanne mit Kleeblattmündung ("Oinochoe/Kleeblattkanne")
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die kleine Kanne steht auf einem leicht abgesetzten Standring, welcher direkt in das bauchige Unterteil übergeht. Oberhalb der breitesten Stelle des in Rosa bemalten Bauches wurden insgesamt vier horizontale schwarze Linien aufgemalt. Zwischen den beiden Inneren ist ein tropfenförmiges Ornament zu erkennen, welches ursprünglich um das gesamte Gefäß lief, heute sind nur noch ca. zwei Drittel der Bemalung sichtbar. Die einzelnen Glieder wurden zunächst in schwarzer Umrandung gezeichnet bevor ihr Inneres mit roter Farbe ausgefüllt wurde. Häufig wurde die Binnenfarbe über die Umrisszeichnung hinaus gemalt, sodass ein eher unsauberer und nachlässiger Eindruck bei der Ausführung der Dekoration entsteht. Aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um eine Massenproduktion handelt, ist dies aber nicht verwunderlich. Für die farbliche Gestaltung des kleeblattförmigen Ausgusses wurde die gleiche rote Farbe verwendet. Unmittelbar oberhalb der Verzierung setzt ein Henkel an, dessen unteres Ende mit Hilfe eines Daumens an die Gefäßwand gedrückt wurde. Der Daumenabdruck ist bis heute sichtbar. Diese Gefäßform ist im mediterranen Raum unter der Bezeichnung „Oinochoe“ bekannt und diente seit minoischer Zeit zum Ausschenken von Wein. Die Kanne wurde in einem Grab gefunden, das sehr schlecht erhalten war, in welchem sich allerdings noch eine zweite, ähnlich große Oinochoe dieser Art befunden hat (ÄM 20844). (N. Overesch)
Kanaanäische Amphore (Importware)
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Amphoren dieser Art zählten zur Importkeramik, die in Achet-Aton zahlreich gefunden wurde. Das Gefäß weist einen schmalen Hals mit einem stabilen Henkel auf, der bis zur Gefäßschulter reicht. Ursprünglich wurden Amphoren für den Transport von Wein, Öl, Honig oder Harz mit einem Lehmverschluss versiegelt. Informationen zur Herkunft, dem Zielort oder dem Inhalt solcher Importkeramik geben vor allem gesiegelte Lehmverschlüsse sowie Beschriftungen an der Außenwandung der Gefäße. Eine weitere Möglichkeit, den ursprünglichen Herkunftsort zu ermitteln bzw. einzugrenzen, bietet die mikroskopische Untersuchung des verwendeten Tonmaterials und seiner Einschlüsse (wie beispielsweise Stroh, Häcksel, Sand und Kalkstein). Hierbei muss das Keramikmaterial der untersuchten Amphoren mit jenen des Herkunftsortes übereinstimmen. So trugen derartige Untersuchungen dazu bei, den Herstellungsort solcher Amphoren auf das Gebiet des süd-westlichen Syriens (Kanaan) festzusetzen. Mit dieser Region unterhielt Ägypten regen Handel. Eine Darstellung aus dem Grab des Ken-Amun, Vorsteher von Theben, veranschaulicht den recht freien Handel Ägyptens mit Syrien. Die besagte Szene zeigt das Abladen von Gütern durch syrische Händler im thebanischen Hafen sowie die anschließende Weiterverhandlung. Auf große Distanzen verschickte Waren wurden in Amphoren aufbewahrt und stammen auch aus anderen Gebieten wie z.B. den Oasen westlich des Niltals sowie aus weiteren Gegenden des östlichen Mittelmeerraumes. Die nach Achet-Aton importierten kanaanitischen Keramikgefäße sowie die so genannten Oasenwaren wurden sowohl in einfachen als auch in administrativen Wohnkomplexen gefunden. Aus. Breuer, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 244 (Kat.-Nr. 28).
Kleines geschlossenes Gefäß mit rundem Boden
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Alltagsgeschirr wurde seit der prädynastischen Zeit aus Ton gefertigt. Dabei passte sich die Form der unterschiedlichen Gefäß- und Schalentypen den jeweiligen Bedürfnissen an. So diente die Mehrheit der Gefäße der Vorratshaltung, der Zubereitung sowie dem Transport und dem Verzehr von Lebensmitteln. Hinweise zur Produktion einiger Gefäßtypen gibt eine Darstellung aus dem Grab des Ken-Amun in Theben, in welcher die Herstellung mit Hilfe einer Drehscheibe gezeigt wird. Neben bildlichen Darstellungen weisen archäologische Befunde wie Brennöfen im Areal von Q 48.4 in Achet-Aton darauf hin, dass Keramik für den lokalen Bedarf in der Nähe der Wohnhäuser hergestellt wurde. Auch in der so genannten „nördlichen Werkstatt“ von Q 48.4 wurde eine von Ziegeln umgebene rechteckige Grube freigelegt, in der sich ein Teil einer Töpferscheibe aus Basalt sowie Keramikscherben befanden. Nach: Breuer, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 246 (Kat.-Nr. 29).
Bemalte Amphore mit horizontalen Henkeln
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die Amphore mit zwei horizontalen Henkeln ist mit einer weißen Schicht überzogen und wurde anschließend polychrom bemalt. Eine Seite des Halses ist im oberen Bereich mit einem Band gelb bemalter Lotusblätter und im unteren Teil mit einem Schachbrettmuster dekoriert. Bänder aus schmalen Blütenblättern zieren die eine Hälfte des Gefäßkörpers, auf der eine blaue Lotusblüte zwischen zwei Knospen herabhängt. Auf der anderen Gefäßseite sind lediglich an den Henkeln gebundene Kordeln in roter Farbe aufgemalt. Das farbige Dekor bildet den Blumenschmuck nach, der bei festlichen Anlässen um die Gefäße gelegt wurde. Die großflächig aufgemalten Motive ohne detaillierte Innenzeichnung auf hellem Untergrund gehören zur charakteristischen Gefäßdekoration der frühen Ramessidenzeit. Da die Bemalung erst nach dem Brand aufgetragen wurde, ist sie relativ instabil und leicht von der Oberfläche abreibbar. Die Amphore ist daher für den tatsächlichen Gebrauch zur Aufbewahrung bzw. Bereitstellung von Flüssigkeit ungeeignet. Solche Keramikgefäße mit polychromer Kaltbemalung dienten wahrscheinlich ausschließlich dekorativen Zwecken. Die lediglich auf der Schauseite umfänglich bemalte Dekoration unterstützt diese Vermutung. Die Amphoren konnten aber auch als Beigaben für Begräbnisse eine wichtige Rolle gespielt haben. Leider ist der genaue Fundkontext der Amphore, die 1913 in der Arbeitersiedlung Deir el-Medine entdeckt wurde, nicht ausreichend dokumentiert. Wenn man jedoch die verzeichneten Herkunftsangaben der Funde betrachtet, die in derselben Kampagne ausgegrabenen wurden, liegt die Vermutung nahe, dass diese Amphore und das sehr ähnliche Exemplar ÄM 21327 aus einem funerären Kontext stammen und zwar vom westlichen Friedhof der Siedlung. (I. Liao)
Vorratsgefäß mit bemaltem Kranzmuster
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die hellblau bemalte Keramik mit ihren Ornamenten ist für die Amarna-Periode charakteristisch. Als Farbpigment wurde Kobaltblau benutzt.
Bierkrug
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Alltagsgeschirr wurde seit der prädynastischen Zeit aus Ton gefertigt. Dabei passte sich die Form der unterschiedlichen Gefäß- und Schalentypen den jeweiligen Bedürfnissen an. So diente die Mehrheit der Gefäße der Vorratshaltung, der Zubereitung sowie dem Transport und dem Verzehr von Lebensmitteln. Zur Gebrauchskeramik zählten u.a. Kochtöpfe, in denen auf Feuerstellen die tägliche Mahlzeit zubereitet wurde. Flüssigkeiten hingegen, wie Wasser, Bier und Wein, schöpfte man mit kleineren Krügen oder Trinkbechern aus großen Vorratsgefäßen. Hinweise zur Produktion einiger Gefäßtypen gibt eine Darstellung aus dem Grab des Ken-Amun in Theben, in welcher die Herstellung mit Hilfe einer Drehscheibe gezeigt wird. Neben bildlichen Darstellungen weisen archäologische Befunde wie Brennöfen im Areal von Q 48.4 in Achet-Aton darauf hin, dass Keramik für den lokalen Bedarf in der Nähe der Wohnhäuser hergestellt wurde. Auch in der so genannten „nördlichen Werkstatt“ von Q 48.4 wurde eine von Ziegeln umgebene rechteckige Grube freigelegt, in der sich ein Teil einer Töpferscheibe aus Basalt sowie Keramikscherben befanden. Aus: Breuer, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 246 (Kat.-Nr. 29).
Becher
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Trinkbecher sind sowohl archäologisch aus Siedlungen und Gräbern als auch aus Darstellungen sogenannter „Bankettszenen“ in Gräbern überliefert. Aus ihnen wurden Bier und Wein konsumiert. (J. Jancziak)
Amphore mit horizontalen Henkeln
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Amphoren aus Mergelton eigneten sich durch ihre Wasserundurchlässigkeit zum Transport und zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten wie Weinen und Ölen. Luftdicht verschlossen mit einem Stopfen aus Nilschlamm, konnten sie in einem Ständer aufrecht stehend oder schräg liegend über einen längeren Zeitraum gelagert werden. Die Amphore weist eine für die Amarnazeit typische Form auf. (S. Breuer)
Vorratsgefäß mit bemaltem Girlanden-, Fisch- und Pflanzendekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Keramik mit farbigem Dekor gehört zu den auffälligen Gütern der Wohnkultur von Achet-Aton. So ist dieses gut erhaltene Gefäß ein typischer Repräsentant seiner Zeit. Es wurde bei Grabungen der DOG 1911 in einem Raum des Gehöftes O 50.2 in Achet-Aton gefunden. Das Vorratsgefäß besitzt einen voluminösen Körper, eine offene Mündung mit nach außen hin abgesetztem Rand und einen abgerundeten Boden. Für die Standfestigkeit war es entweder vertieft in den Boden eingelassen oder wurde auf einem Standfuß gelagert. Charakteristisch für diese Zeit ist eine Bemalung mit kobaltblauen Pigmenten. Den roten, durch die Politur glänzenden Überzug sparte der Töpfer an den Stellen aus, die für die Muster-, Fisch- und Pflanzenmotive vorgesehen waren. Die Bemalung des Gefäßes erfolgte vor dem Brand, was die Farben wasserfest werden ließ. Daher konnten solch große Gefäße zur Bereitstellung von Flüssigkeiten wie Wasser und Wein genutzt werden. Als Dekor ziehen sich waagerecht angeordnete, aber auch bogenförmige blaue Ornamentbänder um Hals, Schulter und Bauch des Gefäßes. Sie ahmen Girlanden aus den Blütenblättern des blauen Lotos nach. Dabei spielt die Symbolik des Lotos eine besondere Rolle. Die sich am Morgen öffnende Lotosblüte wird mit dem jugendlichen Sonnengott assoziiert, der aus dem Urgewässer emporsteigt. Hierdurch wird der Lotos zu einem Sinnbild für Schöpfung, Lebenskraft und immerwährende Verjüngung. Eine besondere Bedeutung wird zudem zwei Fischen in gelber Farbe zuteil. Bei diesen Exemplaren handelt es sich um Nilbarsche, die sich einer kleinen Gruppe von Lotosblüten nähern. Die faszinierende Beobachtung, dass Nilbarsche als so genannte „Maulbrüter“ ihren Nachwuchs in großer Zahl – wie aus sich selbst gezeugt – aus dem Mund entlassen, hat sie in mehrfacher Hinsicht symbolisch aufgeladen. Einerseits wird der Nilbarsch in Beziehung zu dem sich täglich selbst regenerierenden Sonnengott gesetzt, andererseits wird er als Fruchtbarkeitssymbol mit der Göttin Hathor assoziiert. Hathor erfreute sich als Göttin der Liebe, des Festes und der Trunkenheit auch während der Amarna-Zeit unter der Bevölkerung großer Beliebtheit. Gerade die beiden Fischmotive machen das Bestreben zu einer größeren Naturnähe deutlich, die als eines der typischen Merkmale der Amarnakunst verstanden werden kann. Die „blau bemalten“ Gefäße erreichen während der Amarna-Zeit einen absoluten Höhepunkt in ihrer Beliebtheit und verschwinden dann während der folgenden Ramessidenzeit langsam aus dem Keramikrepertoire. Nach: Seyfried, F.; Breuer, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 248 (Kat.-Nr. 30).
Kugeliges Gefäß mit kurzem Hals und leicht nach außen gebogener Lippe, in der oberen Gefäßhälfe schwarz geschmaucht
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die „black-topped red-polished ware“ ist die am häufigsten belegte Gefäßgruppe des Friedhofs von Kerma. Sie zeichnet sich durch ihre schwarz geschmauchten Ränder aus, die in tiefes Rot übergehen, und unvergleichlich dünnwandig sind, weswegen der Ausgräber George A. Reisner fälschlicherweise annahm, sie seien auf einer Töpferscheibe gefertigt worden. Viele dieser Gefäße sind durch einen metallisch-weißen Streifen am Farbübergang von Schwarz zu Rot gekennzeichnet. Dieses kugelförmige Gefäß stand in unmittelbarer Nähe zu einer der Nebenbestattungen im Tumulus K IV. Es wurde vom Ausgräber in der Grabkammer vor dem Bett des Bestatteten direkt neben einem der beiden Menschenopfer gefunden.
Kugeliges Gefäß mit kurzem Hals und Lotosdekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Dieses Prunkgefäß wurde in einem Kindergrab gefunden, in welchem es hinter dem Kopf des Verstorbenen platziert wurde. Des Weiteren fanden sich in dem Grab zahlreiche Perlen unterschiedlichen Materials sowie weitere Gefäße, was vermuten lässt, dass es sich um ein Kind aus dem elitären Bereich handeln muss. Direkt unterhalb des kurzen, engen Halses beginnt die Bemalung, die ca. in der Mitte des Bauches endet. Die Schultern sind mit jeweils zwei horizontalen, schwarzen Linien versehen, zwischen denen sich in Rot ausgemalte Kugeln befinden, welche durch ein schwarzes Streifenband verbunden sind. Im Bereich des Bauches wurde zunächst, wie auch im Schulterbereich, eine Umrisszeichnung mit schwarzer Farbe vorgenommen, bevor einige Bereiche mit roter Farbe koloriert wurden. Die Ornamente stammen allesamt aus dem floralen Bereich und zeigen Lotosblumen in unterschiedlichen Wachstumsstadien. So ist stets zentral eine geöffnete Blüte auf einem hohen, geraden Stängel zu sehen, die von zwei Lotosknospen auf kurzen Stängeln eingerahmt wird. Daneben steht wiederum eine geöffnete Blüte, allerdings mit einem kürzeren Stängel. Die Lotosblume ist eines der häufigsten Motive auf meroitischer Keramik. Durch das tägliche Öffnen der Blüte und ihrer Verbindung zum Wasser ist sie bereits in frühester Zeit zu einem Symbol der Wiedergeburt geworden. Nach der heliopolitanischen Kosmogonie war sie sogar das erste Lebewesen, welches vom Urozean erschaffen wurde, was den religiösen Charakter der Pflanze untermauert. Den Abschluss der Dekoration bilden wiederum zwei horizontale schwarze Linien, die zugleich als Standlinie der Flora dienen. Aufgrund der klaren Linienführung, der undekorierten unteren Gefäßhälfte und der Kugelkette im Schulterbereich kann dieses Gefäß innerhalb der meroitischen Kunst der „akademischen Schule“ zugewiesen werden. Im unteren Bereich des Bauches sind Verfärbungen zu erkennen, welche möglicherweise durch die Bestückung im Ofen hervorgerufen wurden. Die vielen kleinen Ausbrüche, welche sich über das Gefäß ziehen, resultieren aus dem im Ton vorhandenen Kalkeinschlüssen. (N. Overesch)
Scherbe mit floralem Dekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Ein auffälliges Charakteristikum des Friedhofes im nubischen Kerma ist die große Anzahl der Fayencefunde. Bereits dem Ausgräber George A. Reisner fielen die blau und grün schimmernden Fragmente auf der Wüstenoberfläche auf. Weitere Fragmente fand er bei der Freilegung der Gräber. Scherben stellen den größten Teil der Fayencefunde in Kerma dar und sind nur noch teilweise bestimmten Gefäßtypen zuzuordnen. An manchen von ihnen lassen sich ägyptische Formen und Dekorationen erkennen, jedoch sind die Objekte mit kermatypischen Motiven viel zahlreicher. Die Fayenceherstellung war dort im Vergleich zu anderen Fundorten ausgesprochen fortschrittlich. Als Rohstoffe dienten unter anderem Sandstein, Kupferoxid und Holzkohle aus dieser Region. Häufig lagen die Fayencefragmente rund um die Hauptbestattungen. Diese Scherbe mit Blütendekoration wurde jedoch im Korridor des Tumulusgrabes K XVI gefunden.
Vorratsgefäß, bemalt, mit zwei galoppierenden Pferden, Anch-Zeichen und Was-Zeptern
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die zwei gescheckten Pferde sind in Bewegung sowie angeschirrt und mit einer Brustdecke versehen wiedergebeben. Pferde sind in Ägypten erst seit der 2. Zwischenzeit (um 1750 v. Chr.) bekannt. Sie wurden mit den Streitwagen aus dem asiatischen Raum durch die Hyksos eingeführt und waren fortan bei der Kriegsführung unentbehrlich. Darüber hinaus befinden sich auf dem Gefäß Darstellungen eines Anch-Zeichens, das zwei Was-Zepter in den Händen hält, sowie die Darstellung eines Pflanzenbouquets. (J. Jancziak)
Blau bemaltes Vorratsgefäß mit Lotosgirlanden-Dekor
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Charakteristisch für die amarnazeitliche Keramik ist das farbige Dekor, vor allem die matte, kobaltblaue Bemalung. Das Vorratsgefäß mit voluminösem Körper und abgerundetem Boden ist ein gutes Beispiel einer solchen mit kobaltblauen Pigmenten dekorierten Keramik aus Tell el-Amarna. Drei waagerecht angeordnete Ornamentbänder, die Girlanden bestehend aus den Blütenblättern des blauen Lotus nachbilden, zieren die obere Hälfte des Gefäßes. Direkt an der untersten Girlande anschließend rahmen zwei blaue Doppelbänder einen Bildstreifen ein. Zwischen den beiden Doppelbänden sind aufgereihte, offene Lotusblüten, die jeweils von zwei Knospen flankiert sind, aufgemalt. Die Bemalung wurde auf einer lachsfarbenen Überzugsschicht in den Farben Rot, Schwarz und Blau vor dem Brand aufgetragen, wobei Schwarz und Rot lediglich der Umrahmung und der Zeichnung der Musterdetails dienten. Nach dem Brennprozess sind die Farben wasserfest geworden. Daher konnten derartige Gefäße zur Aufbewahrung und Bereitstellung von Flüssigkeiten eingesetzt werden. Die blaue Lotusblüte, die sich am Morgen öffnet und bei Sonnenuntergang geschlossen unter Wasser taucht, wurde mit dem täglichen Sonnenlauf assoziiert. Dem ägyptischen Schöpfungsmythos folgend steigt der jugendliche Sonnengott jeden Tag auf einer Lotusblüte aus dem Urgewässer empor. Dadurch wurde der Lotus zu einem Symbol der Schöpfung und der immerwährenden Verjüngung. Er gehörte zu einem der beliebtesten Motive in allen altägyptischen Bildgattungen und Epochen. Zudem ist aus bildlichen Quellen bekannt, dass Blütengirlanden bei festlichen Angelegenheiten als Dekor um die Gefäße gelegt wurden. Die aufgemalten Lotusketten auf den Vorratsgefäßen sind daher als bildliche Umsetzung solcher real aufgelegten Blütenzierden zu verstehen, die nicht verblühen. (I. Liao)
Amphore
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Die zweihenklige Amphore mit spitzem Boden und abgesetztem Hals stellt die am häufigsten belegte Form einer Amphore aus Amarna dar. Weil sie ohnehin schon dicht waren und zudem noch luftdicht verschlossen werden konnten, nutzte man sie für die Aufbewahrung von Lebensmitteln, wie z. B. Wein. (J. Jancziak)
Kochtopf mit Rundboden und zwei kleinen Henkeln aus dem Grab der Aline
Ägyptisches Museum und Papyrussammlung
Der Topf hat eine stark profilierte Lippe mit einer innenseitigen Vertiefung für einen Deckel, die direkt an den kugeligen Körper ansetzt. Der Boden ist abgesetzt und mündet in einem abgeflachten Rundboden. Von der Lippe aus führen zwei kleine Henkel auf den Schulterbereich. Der Topf ist fast vollständig erhalten (95 %) und aus zahlreichen Scherben geklebt. Für die Glättung der Außen- und Innenseite verwendete man einen breiten Schaber, im Bodenbereich ein scharfkantiges Werkzeug. Von der Benutzung über dem offenen Feuer zeugen die Schmauchspuren auf der Außenseite, die jedoch auf dem Boden nicht erkennbar sind. Die Innenseite ist nahezu vollständig geschwärzt. Für die Benutzung im Grabzusammenhang wurde auf der Außenseite der Rand- und Schulterbereich sekundär mit einem roten Überzug bemalt, der sich in Nasen über die Schmauchung zieht. Dieser Auftrag scheint mit einem breiten Pinsel erfolgt zu sein. So ist der gleiche Überzug auf der Innenseite nur im Randbereich zu erkennen. (J. Helmbold-Doyé)