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Object Description

Einige der Eier sind mittels eines Lochs geleert worden; andere wurden offenbar bemalt, ohne sie vorher auszupusten.

Laut Svetlana Rashkieva, Ethnologin vom Nationalmuseum in Sofia, unterscheiden sich die bulgarischen Eier denen in Westeuropa vor allem dadurch, dass sie farblich zurückhaltender sind. „Auf dem Weg durch Europa, vom Nordwesten zum Nordosten, werden die Eier immer grafischer und die Griffel immer dünner. Die Triquetra oder das dreiflügelige Hakenkreuz ist eines der häufigsten Motive in Bulgarien, ein Symbol für die Sonne. Ein weiteres weit verbreitetes Motiv ist die Treppe des Lebens - eine Spirale, die sich bis zur Spitze des Eies hinaufwindet. Weitere Motive sind der Schmetterling, der die Seele und die Auferstehung symbolisiert, und die Weinrebe - ein religiöses, aber auch ein volkskundliches Symbol. In diesem Land ist das Ei nach wie vor ein rituelles Geschenk; die Verzierung wird nicht wie bei anderen Völkern aus der Holzschnitzerei, Keramik oder Stickerei übernommen. Hierzulande sind die Motive dem Osterfest entnommen und orientieren sich an der ovalen Form des Eies“. Zudem sei das Verzieren von Eiern im Gegensatz zu den westeuropäischen Ländern in Bulgarien nie zu einer Industrie geworden. (Quelle: https://bnr.bg/en/post/100397315/in-the-beginning-was-the-egg-the-tradition-of-decorated-easter-eggs-in-bulgaria, Zugriff: 20.9.2024) 

Der Sammler Gustav-Adolf Küppers besuchte Bulgarien erstmals während seiner 4. Sammelreise für das Museum für Völkerkunde (Abt. Eurasien) im Jahr 1938. Eindrücke seiner Reise finden sich u.a. in einem Aufsatz (Küppers, Auf den Spuren der Goten durch Bulgarien, Volk und Rasse 8 (1939), 173-179). In diesem Text wird auch der rassenbiologische Aspekt von Küppers Reisen deutlich, der neben dem Museum auch im Auftrag des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Eugenik und menschliche Erblehre unterwegs war und für dieses Fotografien und Handabdrücke anfertigte.

Im Jahr 1938 veranstaltete der bulgarische Ethnograf Christo Vakarelski eine Ostereier-Ausstellung in Samokov/Samokow. Eventuell waren die Eier Teil dieser Schau, was die Herkunftsangabe im Inventarbuch (Sofia, [Samokov]) erklären würde.