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Object Description

6/2015,a: Hochformat, Unikat, Porträt in punziertem Messingblechrahmen mit ovalem Bildausschnitt. Der Rahmen ist am Rand mit Rocaillen verziert, um die ovale Aussparung eine geprägte Zierlinie.  Eingelegt die Ferrotypie, die das sitzende Ganzkörperporträt eines Kleinkindes zeigt. Das ca. 1-2 Jahre alte Kind sitz auf einem Stuhl, über den eine Decke gelegt ist. Das Kind trägt ein helles Kleid mit kurzen Ärmeln sowie Schuhe. Es blickt frontal in die Kamera, auf der Stirn ist eine Locke zu sehen. Der Hintergrund ist monochrom.
6/2015,b: Punzierter Messingblechrahmen mit ovalem Bildausschnitt. Der Rahmen ist mit Rocaillen und Blumen verziert. Die dazugehörige Ferrotypie fehlt.
Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine).
Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. Das Porträt ist ein klassisches Kinderporträt seiner Zeit.  
Die Messingblechrahmen sind typische Rahmen für Ferrotypien. Sie sind als Massenprodukte im Umfeld der Ferrotypie verkauft worden.
Das Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.