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Objektbeschreibung

Auf einer rechteckigen Basisplatte lagert die Gestalt eines Tieres, das trotz seiner extremen Stilisierung als Löwe zu identifizieren ist. Mit den wuchtigen Klauen seiner Vorderläufe stützt er den aufgerichteten Oberkörper ab. Der Rücken fällt panzerartig zu den perspektivisch verzerrten, angewinkelten Hinterläufen ab. Grobe, horizontale Kerben kennzeichnen die Löwenmähne, die sich fast über den gesamten Tierkörper erstreckt. Das Gesicht ist nicht mehr modelliert sondern fratzenhaft auf die wesentlichen Merkmale reduziert: Nase und Augen sind in der rechteckigen, nahezu ebenen Fläche lediglich durch Ritzungen angedeutet; die gefletschten Zähne im weit geöffneten Maul sind als klotzartige Zinnen wiedergeben. Weniger anatomische Korrektheit, sondern vielmehr die anscheinend bewusste Reduzierung der Gestalt auf wesentliche Merkmale verleiht dem Tier ein kraftvolles, bedrohliches Aussehen. Solche Löwenskulpturen wurden in der Regel paarweise aufgestellt. Sie dienten als Wächterfigur und sollten in dieser Funktion Unheil vom zu beschützenden Gebäude oder Grab abwehren. Das Pendant zu diesem Exemplar wird ebenfalls in der Sammlung des Museums für Byzantinische Kunst aufbewahrt (Inv. Nr. 4459).

(Cäcilia Fluck, 2012)