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Objektbeschreibung

Ganz in römischer Tradition steht der wenig unterlebensgroße Torso einer Kaiserstatue aus Porphyr. Dieses purpurfarbene Gestein wurde am Mons Porphyrites nahe dem Roten Meer gebrochen und war in der Spätantike der imperialen Repräsentation vorbehalten. Mehrere Statuen verwandten Typs, jedoch in einem deutlich härteren Stil ausgeführt, stammen aus der Zeit Diokletians und seiner Mitregenten im ausgehenden 3. Jahrhundert. Abgesehen vom Material weisen Tracht und Haltung den Dargestellten als Angehörigen des Kaiserhauses aus. Der weichere Figurenstil ist typisch für die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts, die Zeit Konstantins des Großen und seiner Söhne. Der Dargestellte trägt die Soldatentracht, bestehend aus einer Tunika, einem kurzen, auf der rechten Schulter mit einer verzierten Fibel gehaltenen Mantel und einen breiten Gürtel. Die rechte Hand greift nach einem Schwert, das durch einen Riemen gestützt wird.

Der Torso wurde 1896 auf dem Gelände des deutschen Konsulats in Alexandria gefunden und 1908 über das Auswärtige Amt nach Berlin vermittelt. 1973 wurde bei Kom el-Dikka, unweit des Fundplatzes des Torsos eine Porphyrplinthe mit zwei Füßen gefunden. Der Ausgräber Zoltan Kiss vermutet, dass sie zum Berliner Torso gehört. Die Oberfläche der Plinthe ist jedoch gegenüber der polierten des Torsos deutlich matter. Sie könnte also auch von einer anderen Statue stammen.