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Objektbeschreibung

Boden einer Schale, verziert in der so genannten Minaʾi-Technik, d.h. mit Schmelzfarben und Vergoldung über der Glasur. Auf der Unterseite des Bodens befindet sich eine blaue Töpfermarke.

Der bunte Dekor zeigt drei Personen in einer medizinischen Szene: dargestellt ist ein Arzt, der eine Patientin zur Ader lässt, wobei ihm eine kleiner wiedergegebene dritte Person, wohl eine Dienerin, assistiert. Die beiden Hauptfiguren sind frontal dargestellt, mit auffallenden Gewändern aus bunten Stoffen. Der Mann trägt einen kunstvoll gewickelten Turban, die Frau eine aufwendige Haartracht und kostbaren Schmuck, wie Diadem mit Agraffe, Halskette und Ohrringe.

Aderlässe gehörten in der Medizin seit der Antike bis weit ins 19. Jahrhundert zu den empfohlenen Behandlungsmethoden, auch in der islamischen Welt. Dies zeigen unter anderem Abhandlungen des bedeutenden Arztes und Universalgelehrten Ibn Sina (Avicenna). Dass auch die Risiken bekannt waren, belegen kostbare Geschenke, die am Kalifenhof nach erfolgreicher Aderlassbehandlung überreicht wurden.

Der aufwendige Dekor der Schale, das Auftragen der verschiedenen Farben und das mehrfache Brennen erforderten großes Geschick und Erfahrung der Töpfer. In der Mina'i-Technik hergestellte Gefäße wurden häufig zusätzlich mit Blattgold verziert, das hier allerdings weitgehend verloren ist.