Kirche im gotischen Stil hinter Bäumen
Objektbeschreibung
Schinkel gilt als einer der bedeutendsten Repräsentanten der frühen Berliner Künstlerlithographie, obwohl er nur relativ wenige Gelegenheitsarbeiten in dieser Technik geschaffen hat. Mehrere Spielarten des Steindrucks wurden von ihm gleichermaßen beherrscht und oft miteinander gemischt. Meist handelte es sich um Aufträge für die Oberhofbuchdruckerei J.G.Decker, eine der ersten Berliner lithographischen Anstalten. Der romantische Gehalt und die zu höchster Perfektion gesteigerte lithographische Federtechnik harmonieren in dieser Arbeit so vollkommen, daß sie zu Recht als eines von Schinkels Hauptwerken angesehen wird. Den an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens erinnernden Grabmälern sind im Bild die üppigen Bäume, die blühenden Pflanzen und in einer zweiten, übergeordneten Ebene die halb verdeckte gotische Sakralarchitektur konstruktiv gegenübergestellt. Während durch die Vegetation tröstend auf ein sich ständig in der Natur erneuerndes Leben hingewiesen wird, soll die großartige christliche Hintergrundarchitektur eine Ahnung von göttlicher Ewigkeit vermitteln.
Text: Sigrid Achenbach in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 372, Kat. VII.19 (mit weiterer Literatur)