Sosa (Tennisbälle von Sorge und Sabeck)
Objektbeschreibung
In dynamischen Schräglinien ist das blaue Tennisfeld hier in Szene gesetzt: Das Plakat lenkt den Blick von unten durch das Netz auf den Spieler in Aktion, über die beworbenen Tennisbälle der Firma Sorge und Sabeck hinweg. Tennis war um 1900 zum großen Trendsport aufgestiegen. Die neuen Gummibälle – robust, federnd und leise – machten das Spiel möglich. Dass auch Tennisbälle in jener Zeit eng mit kolonialen Kontexten verknüpft sind, macht man sich selten klar. Bevor in den 1930er-Jahren die synthetische Kautschukproduktion ins Rollen kam, konnte man Gummi nur aus natürlichem Kautschuk brauchbar herstellen. Dieser Rohstoff, gewonnen aus dem Milchsaft tropischer Pflanzen, kam aus Afrika, Südamerika und Südostasien. Nach Europa gelangte er Großteils über kolonialisierte Gebiete, wo er unter unmenschlichen Bedingungen der Zwangsarbeit durch dort lebende Bevölkerungsgruppen zum Export produziert wurde. (Text: Christina Thomson)