Zukunft
Objektbeschreibung
Als aktives Mitglied des Deutschen Künstlerbunds, des Vereins Bildender Künstlerinnen zu Berlin, des Lyceum-Clubs und der Berliner Secession war Julie Wolfthorn seit ihrem Umzug nach Berlin in den 1890er-Jahren bestens vernetzt. Zuvor hatte sie an einer privaten Kunstakademie in Paris Malerei und Grafik studiert. Sie konnte ihre Werke in Deutschland in einer Vielzahl von Ausstellungen präsentieren und gehörte zu den wenigen Frauen, die das künstlerische Leben in Berlin entschieden mitprägten. Daneben setzte sie sich für Frauenrechte und das allgemeine Wahlrecht ein und engagierte sich für verbesserte Bedingungen für Künstlerinnen.
In diesem Plakat von 1902 entwarf Wolfthorn ein kraftvolles Werbebild für die sozialdemokratische Zeitschrift „Vorwärts“. Das symbolträchtige Motiv und die flächige Gestaltung lassen Einflüsse des Jugendstils erkennen.
Julie Wolfthorn war nach dem Ersten Weltkrieg als Malerin aktiv. 1930 war sie in Berlin an der vom Deutschen Staatsbürgerinnenverband organisierten Ausstellung „Die gestaltende Frau“ beteiligt.
Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914. Insgesamt sind im Bestand der frühen Plakate 40 weibliche Gestalterinnen vertreten, gegenüber 957 Männern.
(Text: Christina Thomson / Christina Dembny)
In diesem Plakat von 1902 entwarf Wolfthorn ein kraftvolles Werbebild für die sozialdemokratische Zeitschrift „Vorwärts“. Das symbolträchtige Motiv und die flächige Gestaltung lassen Einflüsse des Jugendstils erkennen.
Julie Wolfthorn war nach dem Ersten Weltkrieg als Malerin aktiv. 1930 war sie in Berlin an der vom Deutschen Staatsbürgerinnenverband organisierten Ausstellung „Die gestaltende Frau“ beteiligt.
Als Jüdin wurde Julie Wolfthorn Opfer des nationalsozialistischen Terrors: 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert, starb sie dort zwei Jahre später. Obwohl sie eine der bekanntesten Künstlerinnen ihrer Zeit war, wurde sie erst in den 2000er-Jahren von der Kunstwissenschaft wiederentdeckt.
(Text: Christina Thomson / Christina Dembny)