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Die Abendkühle am Kamo-Fluß genießen


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Objektbeschreibung

Vom Tor eines Schreines seinen Ausgang nehmend, reiht sich in einer belebten Straße Laden an Laden. Handwerker, Kaufleute und Händler bieten in den zur Straße hin geöffneten Verkaufsräumen die ganze Vielfalt der in der alten Kaiserstadt erhältlichen Erzeugnisse feil. Das Personal dieses Panoptikums eines ‚bürgerlichen‘ Viertels Kyotos promeniert in buntem Zug aus Frauen, Kindern, Mönchen, Herren und Dienern an einem lauen Sommerabend hinunter zum Kamo-Fluss, der die Stadt Kyoto in nord-südlicher Richtung teilt. Inmitten des Flusses sitzen Gruppen von Männern und Frauen auf stegartigen Holzbühnen und genießen die Abendkühle. Allerorten wird gespeist und gezecht. An den Ständen am Ufer werden leichte Snacks verkauft, Bedienstete oder Angestellte umliegender Restaurants waten durch den Fluss und versorgen die dort Sitzenden mit Köstlichkeiten. Shamisen-Spiel und Unterhaltungen untermalen die angeregte Atmosphäre dieses Sommerabends.
Das Werk ist nicht signiert, ein Begleitschreiben des Malers Tosa Mitsusada (1738–1806) schreibt es aber dessen berühmten Vorfahren Tosa Mitsunori zu.
Die bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts aufgekommene Bildgattung mit Darstellungen des urbanen Alltags in der Kaiserstadt Kyoto bildet eine wesentliche Grundlage für die Format füllenden Bilder modisch gekleideter Frauen und Männer des zeitgenössischen Lebens, die seit dem 17. Jahrhundert das Hauptthema der Malerei der Fließenden Welt ausmachen.