Die Salzmädchen Matsukaze und Murasame
Objektbeschreibung
Der in Edo tätige Maler-Graphiker Toyoharu, der die Utagawa-Traditionslinie begründete, präsentiert hier die Erzählung der beiden Schwestern Matsukaze und Murasame aus der klassischen japanischen Literatur in zeitgenössischem Gewand. Die Geschichte handelt von einem der zahlreichen Liebesabenteuer des Höflings Ariwara Yukihira (818–893), einem älteren Bruder des Frauenschwarms und Helden der „Geschichten von Ise“, Ariwara no Narihira (825–880). Während seiner Verbannung in die Provinz Suma verliebt sich Yukihira in die als Salzsiederinnen arbeitenden Schwestern Matsukaze und Murasame. Als Yukihira nach drei Jahren begnadigt wurde und in die Hauptstadt Kyoto zurückkehren durfte, hinterließ er der älteren Schwester Matsukaze seinen Hut und der jüngeren Murasame sein Hofgewand als Liebespfand. Yukihira verstarb jedoch, ohne jemals nach Suma zurückzukehren. So gingen die beiden Schwestern jeden Tag mit den Andenken an den Strand und trauerten den glücklichen Tagen nach. Diese tragische Liebesgeschichte lieferte den Stoff für ein Nō-Drama, das im 18. Jahrhundert für das populäre Kabuki-Theater adaptiert wurde. Vom Maler Toyoharu ist eine nahezu identische Version des Themas in der Sammlung John C. Weber in New York erhalten, die 1799 datiert ist.