Landschaft
Objektbeschreibung
Dieses sehr reduzierte, durch die freien Pinselschwünge geradezu expressiv erscheinende Bild vereint die typischen Motive der Landschaftsmalerei der Literaten, hohe Gipfel sowie eine durch Brücken gekennzeichnete Wasserfläche. Der nur von einem Adlatus begleitete Wanderer, steht exemplarisch für die Sehnsucht des Gelehrten nach einem einfachen, von gesellschaftlichen Verpflichtungen freien Leben im Einklang mit der natürlichen Ordnung des Kosmos. Das Größenverhältnis von menschlicher Existenz und umgebender Landschaft veranschaulicht den Respekt des Malers vor der Natur und lädt den Betrachter zur Identifikation mit diesem Ideal ein. Auch die Signatur, Rinkoku Sanjin, Berg-Mensch Rinkoku, unterstreicht die Einheit Mensch-Kosmos. An die Werke chinesischer Vorbilder erinnernde Motive, wie die Baumformen oder der ferne Tempel, verweisen auf den Ursprung dieser Geisteshaltung auf dem Festland. Der ungekünstelte, fast etwas unbeholfen wirkende Stil, vermittelt das Selbstverständnis des Malers, der als Amateur erscheinen möchte, welcher sich der Malerei zum Zwecke der Selbstfindung und nicht aus niederen, materiellen Beweggründen widmet. Hosokawa Rinkoku war vornehmlich in Edo tätig, in mehreren Künsten gebildet und insbesondere als Siegelschneider bekannt.