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Wachtel und Herbstgräser

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

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Objektbeschreibung

Umgeben von windbewegtem Pampasgras steht eine einsame Wachtel aufrecht unter weißen Blüten. Gefieder und Krallen des Vogels sind in minutiöser Ausführung detailgetreu festgehalten. Blätter, Halme und Rispen des Grases sind ebenfalls sorgfältig ausgeführt, die Blattadern der Blütenpflanze mit Goldfarbe gezeichnet. Sowohl stilistisch wie auch in der Motivwahl greift Hōitsu ein beliebtes, in Japan von den Malern der vornehmlich für die Hofaristokratie in Kyoto tätigen Tosa-Schule popularisiertes Thema auf, das sich aber ursprünglich aus der chinesischen, akademischen Malerei der Song-Zeit (960–1279) herleitet.
Wachteln erfreuten sich bei den Adeligen nicht nur wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches großer Beliebtheit, ihr Gesang galt auch als Signal für das Nahen des Herbstes. In der Dichtung fungieren sie häufig als jahreszeitliches Motiv. Die Pampasgräser und der plakativ in die rechte, obere Bildecke gesetzte Mond unterstreichen den jahreszeitlichen Bezug. Ferner hat der Maler der herbstlichen Stimmung mit einer subtilen, von Grün- und Sandtönen dominierten Palette Ausdruck verliehen. Ungewöhnlich ist das lange schmale Hochformat der Rolle. Es bezeugt Hōitsus gestalterische Experimentierfreude.