Berg und Tal, tiefe Weite
Objektbeschreibung
Dieses Bild ist ein repräsentatives Beispiel für Chikutōs an chinesischen Modellen orientierte Landschaftsmalerei. Die Rückkehr zu traditionellen Literatenidealen und enge Orientierung an kontinentalen Vorbildern hat er auch in seinen theoretischen Schriften propagiert, für die er fast noch bekannter als für seine Malerei. Angelehnt an den Ming-zeitlichen Maler und Theoretiker Dong Qichang (1555–1636) führte Chikutō die Einteilung der japanischen Malerei in eine Nord- und eine Süd-Schul-Tradition ein.
In diesem Landschaftsbild vereinigt Chikutō die typischen Elemente der bekannten chinesischen Maler Mi Fu (1052–1107), Huang Gongwang (1269–1354) und Ni Zan (1301–1374) zu einer luftigen, ausgewogenen Komposition. Während die Baumgruppe im Vordergrund und die trockene Pinselsprache an Ni Zan erinnern, lassen die geometrischen, fast rechteckigen Felsköpfe an Huang Gongwangs Werke denken. Zusätzlich zu den lang gezogenen Hanffaser-Strukturstrichen verwendete Chikutō die für Mi Fu charakteristischen Tupfen, um die Stofflichkeit der Felsen zu vermitteln.