Sommerlandschaft Landschaft im Mi-Stil
Objektbeschreibung
Zusammen mit Nakabayashi Chikutō zog Baiitsu im Jahre 1802 vorrübergehend nach Kyoto, wo beide im Literatenzirkel um den konfuzianischen Gelehrten und Kalligraphen Rai San’yō (1780–1832) verkehrten. Stets auf der Suche nach neuen Inspirationen und Vorbildern, reiste Baiitsu häufig durch die Regionen um Kyoto und Osaka. Dort unterhielt er ein weit gespanntes Netzwerk von lokalen Unterstützern, die ihm im Tausch für seine Malerei freie Kost boten. Auf diese Weise belebte Baiitsu das einst von chinesischen Amateurmalern gepflegte System des reisenden „Literaten-Tusche-Gastes“ (j. bunjin bokkyaku) wieder.
In dieser repräsentativen, monochromen Landschaft ist der Einfluss des chinesischen Gelehrten-Malers Mi Fu (1052–1107) unübersehbar. Die nach diesem Maler benannten feuchten, dunklen Mi-Tupfen, welche Berge und Laub charakterisieren, wirken auf dem glänzenden Satingrund besonders feucht. Es gelingt Baiitsu somit eine erfrischende Atmosphäre zu erzeugen, die an heißen Sommertagen die wohltuende Abkühlung eines Regenschauers verheißt.