Objektbeschreibung
Hemdartig geschnittenes Frauengewand mit angesetzten, aus einem Stück bestehenden langen Ärmeln aus einem leicht glänzenden zyklamfarbenem Seidengewebe. In die Seitennähte des Kleides sind Zwickel eingesetzt.
Es ist verziert mit goldschimmernder, teilweise plastischer Metall- und Flitterstickerei (Pailletten, Kantillen). Dabei handelt es sich um flächenfüllende florale Ornamentik. Es dominieren fünfblättrige Blüten.
Saumbereiche von Rockteil und Ärmeln sowie den Halsausschnitt schmücken Girlandenmotive. Die enganliegende runde Halsöffnung kann vorne in der Mitte mit einem weißen Glasknopf geschlossen werden. Halsausschnitt und Ärmel besitzen zarte cremeweiße Spitzenbesätze.
Den Saumabschluß des Kleides bildet eine nachträglich angebrachte Einfassung aus farblich weitgehend passendem Gewebe aus Kunstfaser.
Maße in cm: vordere Länge:134 // hintere Länge: 138 // Schulterbreite: rechts: 21; links: 19 // Umfang Halsausschnitt: 49,5 // Länge des Öffnungsschlitzes am Hals: 27 // Ärmellänge oben rechts: 52; oben links: 53; unten rechts 55; unten links: 56 // Ärmelumfang: rechts: 32 // links: 32,5 // Ärmelweite: oben rechts: 24,5; oben links 26 cm // Ärmelumfang im Manschettenbereich: rechts: ; links: // Saumweite: 253
Material:
1. Grundgewebe:
Kette: Seide, zyklam; 100 pro cm // Schuß: zyklam; 34 pro cm // Bindung: achtbindiger Kettatlas, z-Grat, Steigungszahl 3 // Webbreite: 50 cm // Gewebeleiste: Kettrips, 4 mm breit // zur Verarbeitung im Original zwecks Glättung imprägniert
2. Futter: Kette: Baumwolle, rohweiß; 20 pro cm // Schuß: Baumwolle, rohweiß; 12 pro cm // Bindung: Leinwand (Gazegewebe mit Appretur versteift)
3. Saumabschluß innen: Kette: lachsrosa, Baumwolle; 22 pro cm // Schuß: lachsrosa, Baumwolle; 22 pro cm // Bindung: Leinwand
4. Material der nachträglich zwecks Reparatur angebrachten Saumeinfassung:
Viskose-Duchesse
5. Stickerei: a) plastische Stickerei:
- Metallgespinstfäden (Lahn: Messing, s-Draht / Seele: Baumwolle, gelb; z-Draht)
- Füllfäden: Baumwollzwirn, z-Draht; aus acht Garnen bestehend - Einlagen: Pappe
b) Flitterstickerei: Pailletten: Messing / Kantillen: Messing
6.Spitzen: rohweiß; maschinelles Valenciennes –Imitat; Baumwolle
7. Nähmaterial:
a) Originalmaterialien:
- Maschinennähte: lachsfarbener Baumwollzwirn (s-Draht)
- Staffiernähte: zur nachträglichen Änderung der Ärmellänge und –weite: schwarzer Baumwollzwirn (s-Zwirn)
b)Ausbesserungsmaterialien: - Maschinennähte zum Anbringen der nachträglich angebrachten Saumeinfassung: alles z-Zwirne in Rot, Dunkelrot und Hellgrau: Viskose
Herstellungstechnik:
Das zyklamfarbene Obermaterial wurde direkt mit dem rohweißen Futterstoff zugeschnitten und vor dem Zusammennähen des Kleides durch beide Materialien hindurch bestickt. - Beide Materialien tragen die schwere Stickerei zusammen. Bei der plastischen Stickerei handelt es sich um Sprengstickerei. Dabei werden die Metallgespinstfäden über Einlagen aus Pappe bzw. aus vorgenähten Unterpolsterungen (starke, locker verdrehten und mehrschichtig verarbeiteten Baumwollzwirne) gespannt, und mit weichen Überfangfäden an den Motivrändern festgehalten.
Die Kantillen und Pailletten sind auf die gleiche Art von Baumwollzwirnen gefädelt und direkt musterbildend damit aufgestickt.
Nach dem Zusammensetzen des Kleides mit Maschinennähten wurden diese teilweise im Nachhinein überstickt um ein geschlossenes Bild zu erhalten. Die Anbringung von Spitzen an Ärmeln und Halsausschnitt erfolgte ebenfalls mit Maschinennähten.
Manuelle Staffiernähte an den Ärmeln im Schulterbereich und entlang der vertikalen Nähte halfen, das scheinbar konfektionsartig gefertigte Kleid individuell seiner Trägerin anzupassen - durch Kürzungen und Verschmälerungen.
Wie sich nach dem Abtrennen der Saumversäuberung aus Viskose-Duchesse zeigte, war der Saum ursprünglich umgeschlagen und innen mit einem lachsfarbenem Baumwollband (Gewebe, geschnitten) versäubert, welches mit manuellem Saumstich darüber genäht ist.
Das Kleid ist in vertikaler Kettrichtung verarbeitet.