Den Freund im Reich der Unsterblichen besuchen (senkyō hōyō-zu)
Objektbeschreibung
Auf gewundenen, schmalen Bergpfaden begeben sich zwei Gruppen auf Eseln reitender Gelehrter zu einem Tempelkomplex tief in den Bergen. Eine Kastenaufschrift verrät, dass sie unterwegs sind um dort einen Freund zu besuchen. Wolkenartig ragen die an Blumenkohlköpfe erinnernden, baumbestandenen Felsformationen dramatisch in die Höhe und vermitteln den Eindruck einer fantastisch-paradiesischen Landschaft. Die monumental erscheinende Komposition besticht durch Detailreichtum und sorgfältige Pinselsprache.
Urakami Shunkin war der älteste Sohn des Literatenmalers Urakami Gyokudō (1745–1820), der seine Position als Verwaltungsbeamter aufgab um sich Literatur, Dichtung, Musik und Malerei zu widmen. Von seinem Vater erlernte Shunkin nicht nur die Malerei, sondern auch das Spiel der chinesischen Wölbbrettzither (c. qin). Sein Künstlername bedeutet wörtlich „Frühlingszither“. Die Signaturaufschrift bezeugt die chinesisch geprägte Bildung des Malers.