Objektbeschreibung
Sesson, der den größten Teil seines Lebens fern der Hauptstadt Kyoto in der Kantō-Region zubrachte, war ein Zen-Mönch und Autodidakt in der Tuschemalerei. Als Vorbilder wählte er den berühmten Sesshū Tōyō (1420–1506) sowie die damals in Japan beliebten chinesischen Maler Muqi und Yujian (tätig im 13. Jahrhundert).
Darstellungen von langarmigen Gibbons, die keine heimischen Tiere sind, wurden in Japan erstmals durch Muqis Bilder bekannt und waren aufgrund ihrer allegorischen Bedeutung ein beliebtes Thema der Zen-buddhistischen Malerei. Der Affe, der vergeblich nach dem Spiegelbild des Mondes im Wasser greift, dabei aber den Mond am Himmel nicht sieht, versinnbildlicht die Orientierungslosigkeit der Unerleuchteten in der materiellen, irdischen Welt. In diesem humorvollen Bild folgt Sesson Muqis Malweise in der Charakterisierung des Affenkörpers mittels der staccato-haften, konkaven Querstriche sowie dem Kontrast zwischen dem dunklen Fell eines Muttertieres und dem hellen ihres Jungen.