Hühner und Bambus
Objektbeschreibung
Jakuchū wurde als Sohn eines vermögenden Gemüsehändlers in Kyoto geboren, übergab das Familienunternehmen aber an einen jüngeren Bruder um sich dem Studium der Malerei, der chinesischen Kultur und des Zen-Buddhismus widmen zu können. Neuere Forschung belegt allerdings ein andauerndes Interesse am Familienunternehmen. Und obwohl seine hartnäckige Verfolgung und bisweilen überzeichnete Gestaltung bestimmter Bildthemen sein Bild als Individualist geprägt haben, war er alles andere als weltfremd und unterhielt auch zahlreiche Sozialkontakte insbesondere zu seinen Bekannten in Zen-Tempeln.
Dieser Stellschirm zeigt eines seiner favorisierten Bildthemen. Jakuchū hielt im Garten seines Hauses Hühner und studierte deren Erscheinung und Verhalten eingehend. Dass Hühner auch in der Zen-buddhistischen Malerei häufig dargestellt wurden mag ein zusätzlicher Anreiz für die Hinwendung zu diesem Sujet gewesen sein. Im Gegensatz zu den oftmals expressionistisch übersteigerten und individuell charakterisierten Hühnern seiner späteren Bilder scheint es sich hier um ein seltenes Frühwerk zu handeln. Motivisch steht es in enger Verbindung zu einem ursprünglich auf einer Wand des Tempels Kaihōji (heute Nationalmuseum Kyoto) angebrachten Hühnerbild, das ins Jahr 1790 datiert wird. Die unverkennbare Spannung und Anziehung zwischen den Geschlechtern dieser früheren Version nimmt aber bereits das porträthafte Element seiner späteren Tierbilder vorweg. Der üppige Bambus steht in der vollen Pracht der wärmeren Jahreszeiten.