Chinesische Kinder
Objektbeschreibung
Über ein großes, mit Drachen und stilisierten Wolken reich verziertes Keramikbecken beugen sich zwei Kinder, die in ihr Spiel vertieft sind. Ihre Frisuren und ihre leichte, sommerliche Kleidung entsprechen chinesischem Vorbild. Während der Junge mit bloßen Händen einen Goldfisch zu fangen versucht, zieht das Mädchen ein aufwändig gearbeitetes Spielzeugboot an einem dünnen Faden über das Wasser. Bilder von spielenden Kindern im chinesischen Stil wurden ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts häufig von wohlhabenden Kaufleuten in den Metropolen Japans in Auftrag gegeben. Als Symbol für Wohlstand und zahlreiche Nachkommenschaft, aber auch wegen seiner exotischen Dekorativität genoss dieses Sujet große Beliebtheit. Der Maler Hara Zaisei lebte und arbeitete in Kyoto und mag diese Hängerolle seines anscheinend nicht sehr umfangreichen Oeuvres für einen dort ansässigen Kaufmann geschaffen haben.
Daneben waren die Maler der Hara-Werkstatt aber auch für den Kaiserhof tätig und trugen um die Mitte des 19. Jahrhunderts maßgeblich zur Restaurierung der Innenausstattung des Kaiserpalastes in Kyoto bei.