Kurtisane mit Hündchen
Objektbeschreibung
Diese Hängerolle gehört zu einer Gruppe von Bildern aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, die nach der Ära ihres ersten Erscheinens als Kanbun-Schönheiten bezeichnet werden. Sie markieren die Genese des autonomen Sujets ganzfiguriger Schönheiten, eine der wichtigsten Bildgattungen der Malerei der “Fließend vergänglichen Welt“ (j. ukiyo-e) des 17. bis 19. Jahrhunderts.
Diese Schöne ist in einen schlichten braunen Kimono gewandet, der raffiniert mit einem schwarzen Untergewand und Gürtel sowie dem prächtigen Übergewand kontrastiert. Verwundert blickt sie auf ihr kleines Hündchen, das sich von der Leine losgerissen hat und am Saum des Gewandes zieht. Den klassisch Gebildeten lässt dies die dritte Prinzessin (j. Onna Sannomiya) aus der “Erzählung des Prinzen Genji“ assoziieren, die ihrem zukünftigen Liebhaber erstmals begegnet, als sie ihrem entlaufenen Kätzchen folgend auf die Veranda vor die Frauengemächer tritt. Zugleich erfüllt dieses Detail das Bild mit dem Innuendo eines angedeuteten déshabillé.
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