Die Sechs Juwel-Flüsse (Mu-Tamagawa)
Objektbeschreibung
Der Name „Juwel-Fluss“, Tamagawa, wurde ursprünglich für Flüsse von besonderer Schönheit verwendet, da das Wort tama (Schatz, Juwel) exquisite, elegante Dinge bezeichnet. Obwohl jeder der Juwel-Flüsse bereits in der Heian-Zeit (794-1181) als „berühmter Ort“ (j. meisho) in der Dichtung besungen wurde, entstand die Gruppierung „Sechs Juwel-Flüsse“, Mu-Tamagawa, erst um die Mitte des 17. Jahrhunderts. Zu den sechs pittoresken Flüssen mit dem Präfix tama zählen:
1. Juwel-Fluss in Noda (bei Sendai, Präfektur Miyagi),
2. in Tetsukuri (in der Musashino-Ebene bei Tokyo),
3. in Noji (in der Nähe des Biwa-Sees, bei Kyoto),
4. in Ide (südlich von Kyoto),
5. in Kinuta (bei Osaka) und
6. in Kôya (auf dem Kōya-Berg, südlich von Nara).
Die ikonographische Grundlage für Darstellungen der „Sechs Juwel-Flüsse“ entstammt Waka-Gedichten von berühmten Dichtern des 8. bis 13. Jahrhunderts.
Eishis Komposition ist ein seltenes Beispiel für eine Umsetzung des Themas auf einem Hängerollenpaar. Je drei Flüsse mit ihren charakteristischen Merkmalen wurden hintereinander gestaffelt angeordnet, wobei die beiden vordersten als ausführliche figürliche Szenen, die übrigen nur als stark vereinfachte Landschaftsdarstellungen konzipiert sind. Von unten nach oben sind folgende Juwel-Flüsse dargestellt:
Rechte Hängerolle:
Kinuta (Stoffe walken, Kiefern)
Noda (Chidori-Vögel)
Kōya (Tempeldächer des Kōya-san)
Linke Hängerolle:
Tetsukuri (Stoffe bleichen)
Ide (yamabuki-Blüten)
Noji (Buschklee und Herbstmond)