Maina (Starenart)
Objektbeschreibung
Weder die Lebensdaten noch die genauen Lebensumstände des Malers Sesson sind bekannt. Eine Signaturaufschrift auf einem seiner Bilder belegt aber, dass er wenigstens 82, nach anderer Lesung 86, Jahre alt wurde. Es wird ferner vermutet, dass er in Ost- oder Nordost-Japan geboren wurde, wo er abgesehen von einem kurzen Aufenthalt in der für ihre Zen-buddhistischen Klöster und als Residenz der bedeutenden militäraristokratischen Hōjō-Familie bekannten Stadt Kamakura vornehmlich tätig gewesen zu sein scheint. Sesson soll dem Schwertadel entstammen und als Mönch in Zen-Tempeln gelebt haben. Er hinterließ ein umfangreiches, überwiegend in monochromer Tusche ausgeführtes Werk, das Landschaften, Figuren sowie Tiere und Pflanzen umfasst und sich deutlich an chinesischen Vorbildern sowie dem bekannten Mönch-Maler Sesshū (1420–1506) orientiert. Sessons lebendigen, bisweilen auch humorvollen Kompositionen haben ihn im 20. Jahrhundert zu einem der beliebtesten Tuschemaler Japans gemacht. Im Zentrum dieser fächerförmig gerahmten Komposition steht ein Maina-Vogel, eine asiatische Starenart. Die individualisierten Züge des Vogelkopfes stehen in reizvollem Kontrast zu der hingehauchten Pflanze mit heller Blüte, wahrscheinlich eine Päonie.