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Frühlingsaktivitäten (Puppenfest, Kemari)

Schenkung Marie Meyer und Ernst Grosse

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Objektbeschreibung

Im Innenhof einer Palastanlage, umgeben von blühenden Kirschbäumen, spielen vier in höfische Gewänder gekleidete Männer kemari, das am Kaiserhof beliebte „Trittballspiel“. Ihnen schaut eine Gruppe dreier Hofdamen zu, die sich hinter den heruntergelassenen Schilfblenden in dem langgezogenen Gebäude auf der rechten Seite verborgen halten. Eine der Damen hält an einer Leine zwei Katzen, die unter dem aufgewehten Vorhang hindurchschlüpfen und auf die Veranda rennen. Möglicherweise wird hier auf eine Episode aus dem höfischen Epos „Geschichte vom Prinzen Genji“ angespielt, in der die Gattin des Protagonisten ihrem entlaufenen Kätzchen folgt und einem kemari-Spieler begegnet, woraus sich eine Liebesaffäre entwickelt.
In typischer Manier der einheimischen Malerei (j. yamatoe) unterteilt der Künstler die Szene durch horizontale, stilisierte Wolkenbänder. In der linken oberen Ecke können durch die offenen Verandatüren drei weitere Hofdamen beim Aufstellen der Puppen für das am 3. Tag des 3. Monats gefeierte Puppenfest (j. hinamatsuri) beobachtet werden. Sowohl das kemari als auch das Puppenfest gehörten zu den besonderen Aktivitäten am Kaiserhof, die jeweils im Frühjahr zelebriert wurden.
Der Maler entstammte als ein Vasall des Yoshida-Clans der Schicht des niederen Schwertadels und war ein Schüler der Asakasu-Saruyamachi-Zweigfamilie der einflussreichen Malersippe der Kano.