Objektbeschreibung
Der Reliefschmuck dieser kleinasiatischen
Pilgerampulle zeigt auf einer Seite auf schlanken
Säulen einen spitzen Giebel. Vor der so gebildeten Architektur steht
frontal ein bekleideter Mann mit Vollbart und kurzen Haaren. Mit seinem
angewinkelten linken Arm hält er ein offenes Buch vor den Körper. Von
seiner nach unten weisenden rechten Hand hängt ein undeutlicher
Gegenstand. Er lässt sich durch den Vergleich mit anderen Darstellungen
als kelchförmiges Weihrauchgefäß an einer kurzen Kette deuten, so dass
es sich bei der Figur wohl um einen Kleriker handelt.
Auf
der anderen Seite der Ampulle ist ein Segelschiff mit drei Personen
dargestellt. Die mittlere ragt als Halbfigur empor, bekleidet und mit
durch Punkte strukturiertem kurzen Haar. Die deutlich kleineren Figuren
zu seinen Seiten recken nur die Köpfe über die Bordkante, die
Gesichtszüge sind stark vereinfacht wiedergegeben. Ampullen und andere
gesegnete Andenken waren beliebt als Schutz vor den Gefahren der
Seefahrt. Der Besitzer der Ampulle hoffte wahrscheinlich, dass der
verehrte Heilige gewissermaßen mit ihm Boot saß und die Passagiere vor
Schiffbruch bewahrte.