Objektbeschreibung
Gipsabformung von zusammengehörenden Fragmenten einer flächigen Wandverkleidung mit rechteckigen Bildfeldern bzw. Quadern (Ergänzung von Kt.I 123.4 um Anpassungen; vgl. Kt.I 124.42). Den dekorativen Wandbelag bilden vorgeformte, mit einem verschliffenen Flachrelief versehene Fliesenstrukturen, die eventuell mit einem Model direkt an die Wand angetragen wurden – was ungewöhnlich gegenüber dem sonst überlieferten Stuckdekor Ktesiphons ist. Zwischen den Bildfeldern verlaufen trennende Stege, das Ornament bilden vier zu den Eckzwickeln ausgerichtete Lilien- oder Dreiblattmotive mit Mittelrippe und leicht einrollenden äußeren Blattlappen um eine runde Perle. Sie wird von den in die Lilien einbindenden Ranken umrahmt. Die Deformation der Rechtecke ist auf die Einlagerung bei feuchten Bodenverhältnissen zurück zu führen. Während der Ausgrabung mussten die Fragmente geborgen, anschließend getrocknet und gehärtet werden. Aus welchem Bereich Ktesiphons die Fragmente stammen ist über die historischen Fundbücher nicht zu ermitteln. Möglicherweise wurden sie nicht in den eigentlichen Grabungsarealen angetroffen, aber parallel zu den Ausgrabungen andernorts gesichert und abgeformt.