Objektbeschreibung
Die Schüssel gehört zu einem Konvolut von in Machart und Dekor zusammengehörigen Gefäßen, die 1966 zusammen aus Privatbesitz erworben wurden. An einigen haftet ein von Meerestieren verursachter Kalküberzug, der die Gefäße als Unterwasserfund, wahrscheinlich aus einem gesunkenen Schiff, kennzeichnet.
Über einem niedrigen Standring erhebt sich der flache Boden. Dieser geht in die weit geöffnete Schüssel über, deren Wandung in einem scharfen Umbruch fast senkrecht nach oben knickt und in einer abgerundeten Lippe endet. Die Innenseite des Gefäßes ist mit einer Engobe überzogen, worüber eine gelbweiße Glasur sitzt. Beide reichen über den Rand bis auf die Außenseite.
Im Zentrum ist ein Hundekopf mit Schulteransatz in rotbraunem Oxyd gemalt. Das Profil zeigt ein rundliches Gesicht, das in einer spitzen, nach oben gerichteten Schnauze mündet. Das Maul ist leicht geöffnet, eine lange Wellenlinie soll vielleicht die herausgestreckte Zunge darstellen. Ein großer Kreis mit Punkt in der Mitte stellt das Auge dar. Unregelmäßige Tupfer deuten das Hundefell an. Kurze rotbraune Striche verzieren den Rand des Gefäßes.
Ausführliche Lit.: Beate Böhlendorf-Arslan, Spätantike, byzantinische und postbyzantinische Keramik, mit einem Beitrag zur Geschichte der Sammlung von Gabriele Mietke, (Spätantike – frühes Christentum – Byzanz, Kunst im Ersten Jahrtausend, Reihe A: Grundlagen und Monumente, Band 3), Wiesbaden 2013, S. 564, Kat. 1360.