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Fragment einer Decke mit Schlingen und Bildeinsatz


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Objektbeschreibung

Aus spätantiker Zeit ist eine Vielzahl von Fragmenten aus Schlingengeweben mit quadratischen Bildeinsätzen erhalten, die einst zu Decken oder Kissenbezügen mit einem symmetrischen Dekor aus Quadraten und Zierstreifen an den Rändern gehörten. Sie scheinen besonders in Achmīm begehrt und wohl auch produziert worden zu sein. Von solchen stammt das Fragment, das aus dem ursprünglichen Gewebe ausgeschnitten wurde und nun wie ein Bild in einem Fransenrahmen anmutet. Die Quadrate sind alle nach dem gleichen Prinzip verziert: ein zentraler Kreis mit heraldisch wirkenden, meist figürlichen Darstellungen wird gerahmt von einem Kreis- oder Wellenband mit diversen Füllmotiven. Einzelne Motive in den Bildachsen sind oft durch mehrfarbige Elemente betont, die mit den ansonsten monochromen Darstellungen in bräunlich-roter Farbe reizvoll kontrastieren.
Im Mittelkreis dieses Fragments ist ein lediglich mit einem grüngelben Manteltuch bekleideter Reiter auf einem nach links sprengenden, aufgezäumten Pferd zu sehen. Mit seinem linken Arm holt er zum Wurf aus. Die den zentralen Kreis umgebenden Medaillons in den Ecken des Quadrats enthalten einen jeweils der Mitte zugewandten knienden Eros mit einem Wurfgeschoss in der erhobenen Hand und vorgehaltenem Schild. Bunte Fruchtkörbe und Weinranken in den Bildachsen füllen die Zwischenräume.
Der jagende Reiter war während der Spätantike ein beliebtes Bildmotiv sowohl in der monumentalen Kunst als auch auf Gegenständen der Alltagskultur, wovon nicht zuletzt die häufige Wiedergabe auf Textilien zeugt.

Cäcilia Fluck