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Porträt einer Frau in Kleid, schwarzer Haube und Nelke in der Hand


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Objektbeschreibung

Die Nelke versinnbildlichte in Hochzeitsbildnissen Werte und Tugenden der Ehe und der Familie. 
Die Dargestellte trägt ein hell orangefarbenes Obergewand, vermutlich eine Schoßjacke (einen Caraco [fr.]), mit dreiviertellangen, eng anliegenden Ärmeln, die in weißen Volants aus Spitze, Baumwollmusselin oder feinem Leinen (Engageants) enden. Das V-förmige Dekolleté wird von einem transparenten, spitzenumsäumten Dreieckstuch bedeckt, den Hals ziert eine eng anliegende vierfache Perlenkette, die im Nacken mit einer Schleife geschlossen wird. Die weiße Latzschürze ist mit Volants eingefasst. Dazu trägt die Dame an den Unterarmen schwarze Netzstulpen, in der rechten Hand eine Nelke und am kleinen Finger eine Taschenuhr. 
Die hier dargestellte Haube gehört zum Typus der steifen oder halbsteifen Hauben; der Haubenteil ragt dabei in den Wangenbereich hinein. In Form eines Halbmondes wölbt sich die Form von Ohr zu Ohr (Ohrenblenden [Vom Böndl zur Goldhaube 1990, S. 17]), die Haare über der Stirn bleiben frei, während die Haare am Hinterkopf in einem goldfarbigen Böndl eingefasst sind. Ein breiter, schwarzer Spitzenschirm ragt unter der Haube hervor und rahmt den Kopf. Svoboda und Baumgartner verorten diese Haubenform in den städtischen Bereich (vgl. Vom Böndl zur Goldhaube 1990).
Eine andere Deutung des Bildes, so Monika Hoede, geht von einem Böndl als Haubenform aus, welche die Frisur umfasst. Zur Rokokozeit wurde diese am Hinterkopf getragen und mit einem Haarpfeil im Haar befestigt. Um das Böndl herum, so könnte es hier gedeutet werden, wurde auch eine in Falten gelegte Metallspitze befestigt sein und das Böndl damit optisch vergrößert.
Text: S. de Günther