Selbstbildnis am Tisch (Endgültige Fassung, 3. Zustand)
Objektbeschreibung
In diesem Werk arbeitete die Künstlerin erstmalig mit der Aquatinta-Technik. Aufgrund der harten Gegeneinandersetzung von flächigen und radiermäßig durchgearbeiteten Partien und der akzentuierten Hell-Dunkel-Kontraste wirkt das Bildnis fast
wie eine Photocollage. Das Werkzeug der Graphikerin ist um eine Flasche ergänzt, die hinter dem Tisch zu stehen scheint. Vermutlich enthält sie das zum Radieren notwendige Ätzwasser. Die stärkere Verschattung des Gesichtes läßt dieses spitzer und deutlich reifer erscheinen als in der früheren Version [#vgl. Inv. 600-1912]. Waren die vorausgehenden Arbeiten noch studienartige Versuche, so gelangen mit den beiden Fassungen der Zeit um 1893 die ersten vollgültigen Selbstbildnisse.
(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 28, Kat.-Nr. 10)