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Deckelvase mit figürlichen Chinoiserien


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Objektbeschreibung

Achtkantige Form mit abgesetzter Schulterzone, hellrötlicher Scherben. Blaumalerei mit zwei Gruppen von Chinesen sowie einem sitzenden Chinesen in Haus- und Gartenlandschaft. Auf Deckel und Schulter Behangmuster, am Fußrand Spiral- und Blattornament.
Die kompakte, plastische Vasenform und die am Vorbild Delft orientierte Malerei sprechen für eine Zuschreibung an eine der beiden Berliner Fayencemanufakturen, Gerhard Wolbeer oder Cornelius Funcke. Die engen stilistischen Bezüge zwischen der frühen Berliner und der Delfter Fayencemalerei erklären sich dadurch, dass die ersten Fayenceunternehmer und -künstler von Holland nach Preußen gekommen waren: 1687 Pieter Fransen van der Lee, 1690 Gerhard Molin, dessen Frau Anna Molin, geb. Ruppert. Nach Molins Tod heiratete Anna Molin im Jahr 1697 den kurfürstlichen Lakaien Gerhard Wolbeer, mit dem zusammen sie die Manufaktur weiterführte. Auch Cornelius Funcke, der in der Molin’schen Manufaktur als Dreher begonnen hatte und 1699 die zweite erfolgreiche Berliner Fayencemanufaktur gründen sollte, war Holländer.

Lit.: Kat. Berlin 2001, "Herrliche Künste und Manufacturen". Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720.

ClKa