Brandenburg: Raitpfennig
Objektbeschreibung
Vorderseite: Zierrand aus Punkten und Rosetten, bärtiges Brustbild des Kurfürsten Joachim II. mit Kurfürstenhut und Kurzepter nach rechts.
Rückseite: Zierrand aus großem Punktkreis, im Feld der brandenburgische Adler mit Brustschild.
Kommentar: Rechenpfennige dienten bis zum Mittelalter und der frühen Neuzeit dem Rechnen auf dem Rechenbrett. Die Rechen- oder Raitpfennige (auch Jetons) wurden von Rechenpfennigmachern oder Flinderleinschlägern hergestellt. Vielfach wurde in ihren Darstellung auf Politik und Geschichte Bezug genommen oder Symbole des Handels und Glücks dargestellt. In Österreich wurden diese Rechenpfennige Raitpfennige genannt. Auf diesem brandenburgischen Rechenpfennig ist keinerlei Schrift verwendet worden, aber das Porträt des Kurfürsten ist den Darstellungen auf den Münzen sehr ähnlich. Es ist daher davon auszugehen, das der Münzstempelschneider auch diese Pfennige gearbeitet hat.
Literatur: A. Weyl, Auktion 148 vom 17.-19. März 1897 Nr. 240 (dieses Stück); A. Voßberg, Münzgeschichte der Stadt Berlin (1869) Nr. 13 (dieses Stück); C. F. Gebert, Die Nürnberger Rechenpfennigschläger, MBNG 35, 1917, 1-138; A. Nagl, Die Rechenpfennige und die operative Arithmetik, Numismatische Zeitschrift 1888, 309-368.
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