Nürnberg: Rechenpfennig
Objektbeschreibung
Vorderseite: RECHEN-MEISTER. Ein bärtiger Mann, der Rechenmeister in modischer Kleidung, sitzt an einem mit Tischdecke bzw. Rechentuch bedeckten Tisch, auf dem Rechenpfennige liegen.
Rückseite: IOHAN MICHAEL LINDNER IN NVRNBERGENSIS - A B C D / E F G H I K / L M N O P Q P / S T V VV X / Y Z / M D C X C [P statt R]. In der Umschrift der Name des Rechenpfennigmachers. Im Feld das Alphabet und die Jahreszahl in römischen Ziffern.
Kommentar: Rechenpfennige dienten bis zum Mittelalter und der frühen Neuzeit dem Rechnen auf dem Rechenbrett. Die Rechen- oder Raitpfennige (auch Jetons) wurden von Rechenpfennigmachern oder Flinderleinschlägern hergestellt. Vielfach wurde in ihren Darstellung auf Politik und Geschichte Bezug genommen oder Symbole des Handels und Glücks dargestellt. Die Darstellung des Rechenmeisters am Tisch findet man in ähnlicher Form bei verschiedenen Nürnberger Rechenpfennigherstellern. Bei der Darstellung des Alphabets ist dem Rechenpfennigmacher übrigens ein Fehler unterlaufen, er hat statt der R-Punze nochmals die P-Punze eingeschlagen.
Literatur: M. Mitchiner, Jetons, medalets & tokens I. The medieval period and Nuremberg (1988) 518; C. F. Gebert, Die Nürnberger Rechenpfennigschläger, MBNG 35, 1917, 1-138; A. Nagl, Die Rechenpfennige und die operative Arithmetik, Numismatische Zeitschrift 1888, 309-368.
Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18205888