Logo

FacebookAuf Facebook teilen

Objektbeschreibung

Korb mit halbkreisförmige Aufsicht und flacher Rückwand. Die kräftige Rahmenrute wölbt sich oberhalb des Korbrandes zum Griffbügel. Von der ebenen Standfläche verbreitert sich der Korb auf seiner Rundseite nach oben. Flacher, etwas eingedrückter Deckel. Standfläche und Ränder sind ganz mit braunem Leder überzogen. Die übrigen Flächen mit breiten Lederstreifen, aus denen die Ornamente ausgeschnitten und mit grünem oder gelbem Pergament unterlegt sind. Auf dem Deckel Blütensprosse, ein kleines Ornament fehlt. Auf dem Mittelstreifen der Wandung gekrönter Doppeladler zwischen Zweigen, seitliche Streifen Blütensprosse. Zwischen den Streifen: M I M N 1 8 1 5. Das Deckelgeflecht des Deckels ist an einer Ecke zerrissen, gegenüber sind die vorspringenden Rahmenruten gebrochen, das Leder eingerissen.
Angabe des Vorbesitzers: Lederkorb aus dem bayerischen bzw. niederbayerischen Raum.
Brief des Vorbesitzers vom 14.10.1965: Diese Art Körbe wurden in ihrer Originalform in Franken geflochten und dann im bayerischen Raum vom München bis nach Niederbayern, Gäuboden und in die Gegend von Straubing verwendet, wobei sie an diesen Orten entsprechend mit Leder verziert wurden.

Der Korb wurde in Schanzentechnik von der Mitte aus geflochten, Geflechtart: Zäunergeflecht, die Rippen aus Weide wurden mit aufgespaltener Haselnuss (Haselnussspan) ausgeflochten. Solche Körbe wurden als Eierkörbe bezeichnet und waren u.a. für die Hersbrucker Schweiz charakteristisch bzw. wurden dort hergestellt.

Lit.: Hans Karlinger: Deutsche Volkskunst/Bayern. Weimar, 1942, Abb. 89.