Kaiser Wilhelm II. in Jagduniform
Objektbeschreibung
Der nach seinem pommerschen Geburtsort Körlin (heute Karlino) auch Fischer-Cörlin genannte Künstler hatte sich an der Berliner Akademie ausbilden lassen. Anschließend war er für sechs Jahre Meisterschüler bei dem erfolgreichen Historienmaler Anton von Werner und arbeitete unter anderem an dessen großen Aufträgen mit. Genreszenen, Landschaften sowie Illustrationen gehörten zu Fischers Repertoire. Noch vor den revolutionären Ereignissen 1918 wurde der Künstler vom Ministerium für geistliche und Unterrichtsangelegenheiten beauftragt, das Porträt „Kaiser Wilhelm II. in Jagduniform“ für den Sitzungssaal des neuen Kreishauses im ostpreußischen Labiau (heute Polessk), das im preußischen Regierungsbezirk Königsberg lag, zu malen. Fischer hielt mit groben, zügig geführten Pinselstrichen die Halbfigur des Kaisers in grüner Uniform, den Jagdhut in der Hand haltend, im Freien vor Blattwerk fest. Am 15. Juli 1919 wandte sich Ludwig Pallat, Beamter am inzwischen umbenannten Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, an die Nationalgalerie mit der Bitte, das kurz zuvor vollendete Porträt des Kaisers bis auf Weiteres zu verwahren, „da unter den veränderten Verhältnissen eine Verwendung des Bildes für Labiau nicht mehr in Frage kommt und sich auch z. Zt. keine Möglichkeit zu seiner anderweitigen Verwertung bietet“ (SMB-ZA, I/NG 854, J.Nr. 762/19, Bl. 238). | Birgit Verwiebe