Männer am Kamin
Objektbeschreibung
Die Anfänge von Monjés Malerei waren vom Stil ihrer Lehrer an der Düsseldorfer Malerschule, Wilhelm Sohn und Eduard von Gebhardt, geprägt. Beispielhaft für die kostümkundlich exakten und detailreichen historischen Genrebilder dieser Zeit steht das Deutsche Volksfest im 16. Jahrhundert aus dem Jahr 1883, das sich ebenfalls in der Sammlung der Nationalgalerie befindet (A I 470). Studienreisen führten sie nach Paris, in die Niederlande, nach Italien und von 1885 bis 1889 nach Russland. An diese Reise mag ihr Gemälde „Männer am Kamin“ erinnern, das allerdings erst 1904 entstand. Zwei Männer kauern mit ernsten Mienen nahe einer offenen Feuerstelle und lauschen einem dritten, der eine Ziehharmonika spielt. Ihre Trachten und Fellmützen zeugen wiederum von Monjés Interesse an historischen Kostümen. Sicher in der Komposition und der figürlichen Anlage zeigt das Bild die veränderte malerische Haltung der Künstlerin gegenüber ihrem Frühwerk. Die Wiedergabe des einfallenden Sonnenlichts auf den spiegelnden Kacheln und der Schein des Feuers auf den Gesichtern der Männer scheinen nunmehr das Hauptanliegen der Malerin zu sein. Die Komposition lässt hierin deutlich die Auseinandersetzung mit dem Impressionismus und der Malerei um die Jahrhundertwende erkennen. Das Gemälde zeigt Monjé auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. | Ralph Gleis | 1917 wurde das Werk in Hamburg ausgestellt. Ein Kritiker schrieb im "Hamburger Echo" (31. Jg., Hamburg 1917, Nr. 64, 17.3.1917, Beilage, [S. 2]), das Bild habe den Titel "Wenn sie nicht mehr auf dem Meere fahren". Es stelle drei alte Schiffer an einem Kamin dar. (2025 aktualisiert von Birgit Verwiebe)