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Objektbeschreibung

„Werbedamen“: Ob Lampenöl, Zigarettenpapier oder Versicherungen – kaum etwas scheint sich nicht besser zu verkaufen, wenn eine Frau es anpreist. Doch wann entstand eigentlich dieser Gedanke? Der Blick auf die Anfangszeit der modernen Werbung zwischen 1880 und 1900 zeigt: Hier liegen die Ursprünge einer Produktreklame, die – auch bei gemischten oder rein männlichen Zielgruppen – auf die Kunst der (weiblichen) Verführung setzt. Dabei ging es kaum darum, ob die Dargestellte tatsächlich mit dem Produkt zu tun hat, sondern vielmehr um ihre „dekorativ“ und „verlockend“ gesehene Präsenz. Ein Vorreiter dieser Idee war der französische Plakatkünstler Jules Chéret. Er erfand sogar einen eigenen Frauentypus dafür, sogenannte „Cherettes“, die er elegant und lebenslustig in Szene setzte. Bald kamen solche „Werbedamen“ international zum Einsatz. Als Verkörperungen von jugendlicher Kühnheit, grazilem Schick oder mondäner Kennerschaft sind sie positiv konnotiert. Doch ist der Grat zur Abwertung schmal, wenn die Frau auf ihre sinnlichen, vermeintlich verführerischen Attribute reduziert wird oder als schmückendes Beiwerk fungiert. (Text: Christina Thomson / Christina Dembny)