Kauft Margaretenblumen zum Besten des Heims für gebrechliche Kinder und des Kinderkrankenhauses
Objektbeschreibung
Alice Greinwald-Clarus studierte von 1905 bis 1912 in Leipzig an der Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe und war Mitglied im Verband deutscher Gebrauchsgraphiker. Während dieser Zeit gestaltete sie einige Plakate und Bücher. Die späteren grafischen und kalligrafischen Arbeiten von Alice Greinwald-Clarus waren vielfach religiös geprägt und orientierten sich an historischen Schriftvorlagen. Greinwald-Clarus entwarf Reklamemarken und andere Drucksachen für das „Haus der Frau“ auf der Bugra. Die Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik, die 1914 kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Leipzig stattfand, brachte mit dem „Haus der Frau“ die immense Produktivität der kreativ arbeitenden Frauen der Zeit ans Licht. In diesem von einem Frauenkomittee organisierten Abschnitt der Ausstellung wurden Berufe gezeigt, die vermehrt auch von Frauen ausgeübt wurden: Illustratorinnen, Graphikerinnen, Buchbinderinnen und Fotografinnen konnten dort ihre Werke präsentieren. Obwohl die Präsentation die „weibliche“ Seite der Gewerbe betonte und die Abgrenzung zu männlichen Künstlern fortschrieb, wurde sie in der bürgerlichen Frauenbewegung als Erfolg gefeiert – auch vor dem Hintergrund, dass Frauen offiziell noch kein Recht auf Erwerbstätigkeit besaßen. Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914. Insgesamt sind im Bestand der frühen Plakate 40 weibliche Gestalterinnen vertreten, gegenüber 957 Männern. (Text: Christina Thomson / Christina Dembny)