Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 1911
Objektbeschreibung
Mit ihrer künstlerischen Arbeit konzentrierte sich Dora Hauth (geb. Trachsler) sowohl auf Porträtmalerei als auch Gebrauchsgrafik. Ihre Plakate – von denen die Kunstbibliothek drei in ihrer Sammlung hat – lassen die Malerin in ihr erkennen: Im Duktus von Pinsel, Kohle und Stiften zeigen sich die gemalten oder gezeichneten Vorlagen; Figürliches wird mehr in Volumen ausgearbeitet als in Fläche. Ab 1888 hatte die damals 14-jährige Dora Trachsler die Kunstgewerbeschule Zürich besucht. Damit stellte sie als junge Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert eine Ausnahme dar. Nach einer geschiedenen Ehe mit dem Sozialdemokraten Emil Hauth setzte sie ihr Kunststudium 1907 in München fort. Sieben Jahre später kehrte sie in ihre Heimatstadt Zürich zurück und eröffnete dort ihre eigene Malschule. Hauth malte Porträts, illustrierte Bücher und entwarf Plakate. Ihre grafischen Arbeiten wurden 1914 bei der Internationalen Ausstellung für Buchgewerbe und Grafik in Leipzig ausgezeichnet. Sie engagierte sich in ihrer Heimat in Frauenkunstverbänden und setzte sich, auch mit ihren Plakaten, bereits 1920 für das Frauenwahlrecht ein – in der Schweiz wurde es allerdings erst über 50 Jahre später umgesetzt.
Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914. Insgesamt sind im Bestand der frühen Plakate 40 weibliche Gestalterinnen vertreten, gegenüber 957 Männern. (Text: Christina Dembny)
Literatur zu Dora Hauth:
Rudolf Vierhaus: (Hg.), Deutsche Biographische Enzyklopädie, Bd. 4, 2. Aufl., München 2006
Gerda Breuer, Julia Meer (Hg.): Women in Graphic Design 1890-2012, Berlin 2012
Ernst Fischer, Stephanie Jacobs (Hg.): Die Welt in Leipzig. Bugra 1914, Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik, Hamburg 2014