Babylone d'Allemagne
Objektbeschreibung
Dieses Plakat von Henri de Toulouse-Lautrec wirbt für das Buch "Babylone d'Allemagne" von Victor Joze, ein Enthüllungsroman über die Dekadenz der Berliner Aristokratie. Künstler und Autor kannten sich, da sie bereits 1892 für das Plakat "La Reine de Joie" zusammen gearbeitet hatten. Der Babylone-Auftrag jedoch entwickelte sich zu einem kleinen Skandal. Das Motiv, das Lautrec entwarf, übersetzte die Kritik des Romans schonungslos ins Bild: Ein blonder Offizier reitet in überheblicher Haltung diagonal vom Betrachter fort, verfolgt von den lüsternen Blicken einer verheirateten Bürgerlichen. Vorne steht ein Wachmann Spalier, dessen gerötetes Bartgesicht als Karikatur auf den Kaiser interpretiert werden konnte. Das Zentrum des Bildes wird vom Hinterteil des Pferdes dominiert - dies wird im vorliegenden Druckzustand "avant la lettre", also ohne die zuletzt aufgedruckte Schrift, besonders deutlich. Joze fand das Plakat zu gewagt und wollte es ändern, um keine politischen Wellen zu schlagen. Lautrec aber hatte dies kommen sehen und im Vorfeld für Produktion und Distribution bezahlt, sodass es am Ende doch in ganz Paris plakatiert wurde. (Text: Christina Thomson) //
Die ikonisch-provokanten Plakate von Henri de Toulouse-Lautrec keine idealisierten Bilder, sondern sensible Porträts der Dargestellten und ihrer Umfelder. Charakteristisch ist der künstlerische Gestus, mit großen Farbflächen, skizzenhaften Umrisslinien und ungewöhnlichen Perspektiven. Von hohem Wiedererkennungswert geprägt, waren die Werke Toulouse-Lautrecs schon zu seinen Lebzeiten bei Auftraggebern wie Sammlern begehrt. Insgesamt entwarf der bereits mit 36 Jahren verstorbene Künstler nur dreißig Plakate; 21 davon sind mit einem Exemplar in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin vertreten. (Text: Christina Dembny)
Die ikonisch-provokanten Plakate von Henri de Toulouse-Lautrec keine idealisierten Bilder, sondern sensible Porträts der Dargestellten und ihrer Umfelder. Charakteristisch ist der künstlerische Gestus, mit großen Farbflächen, skizzenhaften Umrisslinien und ungewöhnlichen Perspektiven. Von hohem Wiedererkennungswert geprägt, waren die Werke Toulouse-Lautrecs schon zu seinen Lebzeiten bei Auftraggebern wie Sammlern begehrt. Insgesamt entwarf der bereits mit 36 Jahren verstorbene Künstler nur dreißig Plakate; 21 davon sind mit einem Exemplar in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin vertreten. (Text: Christina Dembny)