Kind und Kunst Ausstellung
Objektbeschreibung
Klare Typographie und geometrische Linien rahmen eine leuchtende, abstrahierte Naturdarstellung ein. Ein Mädchen zeichnet einen Vogel, der sich erst auf den zweiten Blick in dem Dickicht der Farbflächen zu erkennen gibt. Margit Téry verbindet in ihrem Plakat für die Ausstellung „Kind und Kunst“ 1913 das florale Thema des Jugendstils mit modernster Schrift- und Formgestaltung. Die in Ungarn geborene Téry studierte von 1919 bis 1920 am neu gegründeten Weimarer Bauhaus. Sie spezialisierte sich auf Werbegrafik und Innenarchitektur und arbeitete als freie Künstlerin. Für die Zeitschrift Utopia, die von Johannes Itten, Oskar Schlemmer und ihrem ersten Mann, dem Kunsthistoriker Bruno Adler, herausgegeben wurde, entwarf sie das Titelblatt sowie das Signet des Verlags. 1923 zog Téry nach Karlsbad, wo sie einige Jahre später Hugo Buschmann heiratete. Sie produzierte Lehrfilme zum Thema Werbung und hatte die künstlerische Leitung der Werbeabteilungen zweier Baufirmen inne. In diesem Rahmen gestaltete Margit Téry auch die Innenräume der Fabrikhallen und Bürogebäude, an deren Farbgebung sich die Einflüsse aus ihrer Zeit am Bauhaus erkennen lassen.
Literatur zu Margit Téry:
Eva Badura-Triska: Margit Téry. In: Hubertus Gaßner (Hg.): Wechselwirkungen. Ungarische Avantgarde in der Weimarer Republik, Marburg 1986, S. 292
Gerda Breuer, Julia Meer (Hg.): Women in Graphic Design 1890-2012, Berlin 2012
„Téry-Adler, Margit“ aus der Datenbank der Forschungsstelle für Biografien ehemaliger Bauhaus-Angehöriger (BeBA). URL: https://bauhaus.community/gnd/1210431904 (Abrufdatum: 23.05.2022)