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Objektbeschreibung

Die Plakatkünstlerin und Gebrauchsgrafikerin Dorothea (Dore) Corty, die ab 1915 den Doppelnamen Mönkemeyer-Corty trug, entwickelte schon im Studium eine markante stilistische Handschrift, die neusachliche Tendenzen aufgriff aber den Bezug zur Figuration beibehielt. Ihr Talent für grafische Reduktion ohne modernistische Abstraktion ist auch Teil einer Erklärung für die Kontinuität ihrer beruflichen Laufbahn in der NS-Zeit und ebenso nach 1945. Die dreizehn Plakate Mönkemeyer-Cortys in der Sammlung der Kunstbibliothek, Arbeiten aus den Jahren 1912 bis 1951, beleuchten diese Kontinuität.

Mönkemeyer-Corty hatte von 1907 bis 1911 an der Königlichen Kunstgewerbeschule in Dresden studiert. Sie arbeitete bald darauf für verschiedene private und kommerzielle Auftraggeber*innen, darunter damals sehr bekannte Firmen wie Persil und die Adler-Compagnie. In den 1920er-Jahren wurden ihre Arbeiten, mit denen sie mehrfach Preise gewann, regelmäßig in Fachzeitschriften wie „Das Plakat“ und „Gebrauchsgraphik“ besprochen, wodurch Mönkemeyer-Corty auch international Bekanntheit erlangte. Sie gehörte zu den ersten deutschen Werbegrafikerinnen, die in einer Zeitschrift mit einem monografischen Bericht gewürdigt wurden und war seit 1925 Mitglied im Bund Deutscher Gebrauchgraphiker (BDG).

Die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin besitzt rund 3800 Originalplakate aus den Jahren 1840 bis 1914. Insgesamt sind im Bestand der frühen Plakate 40 weibliche Gestalterinnen vertreten, gegenüber 957 Männern.
(Text: Christina Dembny / Christina Thomson)

Literatur zu Dorothea Mönkemeyer-Corty:
Ute Brüning: Dore Mönkemeyer-Corty. Eine Plakatkünstlerin auf verlorenem Posten? In: Gerda Breuer, Julia Meer (Hrsg.): Women in Graphic Design. 1890–2012. Berlin 2012, S. 133–142.
Blogeintrag der SLUB Dresden: https://blog.slub-dresden.de/beitrag/2021/01/14/staunen-und-mitmachen-von-nun-an-in-der-corty-galerie (zuletzt gesehen 03/2022)