Vase mit Blütenzweigen und Vogel
Objektbeschreibung
Die Manufaktur Laurin in Bourg-la-Reine bei Paris war zunächst auf Fayencen und Gebrauchsware in historistischen Stilrichtungen spezialisiert. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 erregte sie mit ostasiatisch inspirierten Keramiken in „Barbotine“ (frz. Schlicker)-Malerei Aufmerksamkeit. Dabei wird eingefärbter Tonschlicker mit dem Pinsel pastos auf die Keramik aufgetragen und danach mit einer farblosen Bleiglasur überzogen. Entwickelt wurde diese Technik von Ernest Chaplet, der bis 1874 für Laurin tätig war. Vermutlich stammt auch der Entwurf dieser Vase von ihm: Sie weist einen japanisch inspirierten, skizzenhaften Dekor aus Blütenzweigen, einem Vogel und Schmetterlingen auf grau-blauem Grund auf. Erworben wurde sie für das Berliner Kunstgewerbemuseum direkt auf der Wiener Weltausstellung von 1873.// Claudia Kanowski