Teller mit Heckenrosenzweig
Objektbeschreibung
Der in farbiger Tonschlickermalerei („Barbotine“) ausgeführte Keramikdekor kombiniert fernöstliche Anleihen mit Impulsen aus der zeitgenössischen französischen Ölmalerei, zum Beispiel der École de Barbizon. Gefertigt wurde er in der Manufaktur Laurin in Bourg-la-Reine bei Paris. Diese war zunächst auf Fayencen und Gebrauchsware in historistischen Stilrichtungen spezialisiert. Auf der Wiener Weltausstellung 1873 erregte sie mit ostasiatisch inspirierten Keramiken in „Barbotine“-Malerei Aufmerksamkeit. Dabei wird eingefärbter Tonschlicker mit dem Pinsel pastos auf die Keramik aufgetragen. Entwickelt wurde diese Technik von Ernest Chaplet, der bis 1874 für Laurin tätig war. Vermutlich geht auf ihn auch der Entwurf dieses Tellers zurück, der 1876 vom Kunstgewerbemuseum Berlin erworben wurde. Vorbesitzer war Martin Gropius (1824-1880), der Architekt des ehemaligen Gebäudes des Kunstgewerbemuseums. / Claudia Kanowski