Ikone, Muttergottes mit Kind (Eleusa)
Objektbeschreibung
Rechteckige Ikonentafel aus Holz mit der Darstellung Marias mit Kind; Brandspuren, Holzbefall; griechische Namensbezeichnungen und Text.
Darstellung von Maria mit Kind nach Typ der "Eleusa". Im Gegensatz zur statischeren "Hodegeria" ist hier die liebevolle Haltung Marias charakteristisch. Die Eleusa war als Typus im mittelalterlichen Europa überall verbreitet.
Im Jahr 1870 wurde im Osmanischen Reich ein Bulgarisches Exarchat gegründet, das die Vorherrschaft des griechisch geprägten ökumenischen Patriachats auf dem Gebiet des heutigen Bulgariens beendete. Es setzte daraufhin eine Slawisierung der Liturgie ein.
Die griechische Schrift auf dem Objekt deutet entweder auf ein deutlich älteres Entstehungsdatum der Ikone hin. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie Anfang des 20. Jahrhunderts von Griechisch-Orthodoxen verwendet wurde. Auch die Herkunft des Objekts südlich von Burgas, wo bis zu den Balkankriegen 1912/13 mehrheitlich Griech*innen lebten, legt dies nahe.
Der Sammler Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg erwarb die Ikone im Juni 1939. Dies geschah im Rahmen der letzten seiner insgesamt fünf Sammelreisen auf dem Balkan. Sammelorte waren dabei vor allem die Ortschaften Brodilovo, Sozopol, Zarewo (früher auch unter dem griechischen Namen "Wasiliko" bekannt) und Balgari (früher auch unter dem griechischen Namen "Vurgari" bekannt).
Küppers Tochter Heimtraut beschrieb diesen Teil der Reise in ihrem Reisetagebuch, vgl. Einträge ab 3.6.1939 (MEK, Ident.-Nr. N (62 F) 2/2023).