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Objekttyp: Ikone
Dreieinigkeit
Museum Europäischer Kulturen
Hochrechteckige Ikonentafel aus Holz mit der Darstellung der heiligen Dreifaltigkeit. Die Nimben von Gottvater, Sohn und der Taube des Heiligen Geistes sind aus Messing und aufgenagelt. Griechische Beschriftung und Jahreszahl "1875". Auf der Rückseite ein handelsüblicher Bildaufhänger aus Metall (neu) Ikonografie: anthromorphe Darstellung von Gottvater als weißhaariger Greis mit Zepter und Gottsohn als junger Mann mit geschlossenem Evangelidenbuch. Beide scheinen in der Schwebe zu thronen, von Seraphinen gehalten, ihre Füßen berühren das Dreifaltigkeitssymbol aus drei verschlungenen, geflügelten Kreisen (zugleich Symol der Throne, die mit Seraphim und Cherubim die höchste Engelshierarchie bilden), zwischen ihnen die Weltkugel zum Zeichen ihrer Herrschaft über die Schöpfung. Über ihren Häuptern in einem Strahlenkranz die Taube des Heiligen Geistes mit seitlicher, griechischer Inschrift: "Heilige Trinität"
Mosaikikone mit Christus dem Barmherzigen
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Christus ist als Figur im Typus des Pantokrator (Allesbeherrscher) dargestellt. Er ist mit den üblichen Gewändern (Chiton und Mantel) bekleidet und hält im linken Arm ein geschlossenes Evangelienbuch, dessen Deckel mit Edelsteinen und Perlen verziert ist. Die Rechte, die aus der Mantelschlinge hervorschaut, vollführt den Segensgestus mit eingeschlagenem Ring- und Mittelfinger. Zu beiden Seiten des großen Kreuznimbus, der das längliche, eher ein wenig müde und teilnahmslos wirkende Antlitz umgibt, sind die Namenskürzel für Jesus Christus angebracht, jedoch erweitert um den Beinamen »der Erbarmer«. Mit großer Meisterschaft sind das Inkarnat des Antlitzes, die Gewänder und der Kreuznimbus aus unterschiedlich strukturierten Mosaikpartien modelliert. Die Größe der Ikone spricht dafür, dass sie ursprünglich einen hervorragenden Platz im Templon (Bilderwand) einer Kirche einnahm. Unter den wenigen erhaltenen großformatigen Mosaikikonen ist sie eine der ältesten und besterhaltenen.
Mosaikikone mit dem gekreuzigten Christus zwischen Maria und Johannes
Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst
Vor dem silbernen Himmel erhebt sich das Kreuz über dem Golgathafels. Im unteren Teil die Höhle mit Adams Schädel. Christus steht mit geschwungenem Körper vor dem Kreuz, seine Füße ruhen auf dem Querholz. Der rechten Brustwunde entströmt ein dünner Blutstrahl. Ein verknotetes Tuch verhüllt den Unterleib. Die ausgebreiteten Arme wirken übermäßig gelängt. Das vom Kreuznimbus gerahmte Haupt ist tief zur rechten Schulter geneigt, die Augen sind geschlossen. Oben schweben Halbfiguren zweier Engel, die auf den Gekreuzigten hinweisen. Seitlich in zwei Hälften die griechische Beischrift »Die Kreuzigung«. Zur Rechten des Gekreuzigten steht Maria. Ihr Haupt ist dem toten Sohn zugewandt, die Rechte weist auf ihn hin. Über dem Nimbus das Inschriftenkürzel für Gottes Mutter. Johannes zur Linken Christi verharrt in gesammelter Haltung. Die griechische Beischrift enthält den Namen und Ehrentitel »Iohannes der Theologe«. Hinter dem Kreuz wird die Stadtmauer von Jerusalem sichtbar. Die zehn Vertiefungen im Holzrahmen enthalten teilweise Reliquien. Die Löcher auf der Oberseite stammen von Silberbeschlägen.
Reliefikone mit hl. Demetrios aus dem Welfenschatz
Kunstgewerbemuseum
Innerhalb eines später hinzugefügten Rahmens aus gestanzten Goldblechen mit Blattranken, deren Model vermutlich auch für Stanzen an einem Tragaltar im Augustinermuseum zu Freiburg im Breisgau Verwendung gefunden hat, befindet sich eine in Goldblech getriebene byzantinische Reliefikone. Sie zeigt den durch die zweigeteilte griechische Namensbeischrift Ό Ά[γιος] ΔΙΜΙ/ΤΡΙΟς bezeichneten hl. Demetrios zu Pferde, der als Prokonsul von Achaia 306 durch einen Lanzenstich den Märtyrertod erlitten haben soll. Hauptort seines Kultes wurde Thessaloniki. In Folge der Kreuzzüge gelangte seine Verehrung auch in das Abendland. Der Heilige hält in seiner Rechten die Lanze, mit der Linken führt er die Zügel. Er trägt eine kurze Tunika, darüber einen Panzer und einen Mantel, der sich hinter seinem Rücken ornamental bauscht. Ross und Reiter erscheinen vor einem Hintergrund von dichtem Rankenwerk aus Zweigen mit emaillierten Blättern. Reste von Email zeigen, dass Gesicht und Hände des Heiligen ebenso wie Teile seiner Gewandung, der Satteldecke, der Lanze und des Nimbus sowie am Pferd die Augen, die Mähne, der Schweif und das Zaumzeug ursprünglich überschmolzen waren. Die Reiterfigur setzte sich damit deutlicher als jetzt vom goldenen Grund ab. Die komplizierte Technik des Überschmelzens eines plastisch gearbeiteten Rezipienten aus Gold (emaile en ronde boss) beherrschte man in Westeuropa erst im ausgehenden 14. Jahrhundert. Aber auch frühe byzantinische Werke mit „Reliefemail“ sind nur in ganz wenigen Beispielen erhalten, unter denen die Goldikone des Erzengels Michael im Schatz von San Marco in Venedig aus dem 11. Jahrhundert gewiss das bedeutendste ist. LL
Ikone, Muttergottes mit Kind (Hodegetria)
Museum Europäischer Kulturen
Ikone nach Typ der Hodegetria; am Rand z.T. stark beschädigt und von Holzwurm befallen. Als Hodegetria wird ein Typ von Mariendarstellungen bezeichnet, der sowohl im Katholizismus als auch in der Orthodoxie äußerst verbreitet ist. Sie zeigt Maria mit Kind. Der Überlieferung nach geht er auf ein Porträt von Maria des Evangelisten Lukas zurück. Im 5. Jahrhundert gelangte das Porträt angeblich nach Konstantinopel, dem späteren Istanbul. Nach der osmanischen Eroberung der Stadt ist die Ikone verschollen. Dem hier abgebildeten Typ recht ähnlich ist die sog. "Kasanskaja", die Gottesmutter von Kasan, die in der russischen Orthodoxie eine große Rolle spielt und heute als verschollen gilt. Wie bei ihr sind in der vorliegenden Ikone die Hände Marias nicht dargestellt. Der Sammler Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg erwarb die Ikone im Juni 1939. Dies geschah im Rahmen der letzten seiner insgesamt fünf Sammelreisen auf dem Balkan. Sammelorte waren dabei vor allem die Ortschaften Brodilovo, Sozopol, Zarewo (früher auch unter dem griechischen Namen "Wasiliko" bekannt) und Balgari (früher auch unter dem griechischen Namen "Vurgari" bekannt). Küppers Tochter Heimtraut beschrieb diesen Teil der Reise in ihrem Reisetagebuch, vgl. Einträge ab 3.6.1939 (MEK, Ident.-Nr. N (62 F) 2/2023)
Ikone, Muttergottes mit Kind (Eleusa)
Museum Europäischer Kulturen
Rechteckige Ikonentafel aus Holz mit der Darstellung Marias mit Kind; Brandspuren, Holzbefall; griechische Namensbezeichnungen und Text. Darstellung von Maria mit Kind nach Typ der "Eleusa". Im Gegensatz zur statischeren "Hodegeria" ist hier die liebevolle Haltung Marias charakteristisch. Die Eleusa war als Typus im mittelalterlichen Europa überall verbreitet. Im Jahr 1870 wurde im Osmanischen Reich ein Bulgarisches Exarchat gegründet, das die Vorherrschaft des griechisch geprägten ökumenischen Patriachats auf dem Gebiet des heutigen Bulgariens beendete. Es setzte daraufhin eine Slawisierung der Liturgie ein. Die griechische Schrift auf dem Objekt deutet entweder auf ein deutlich älteres Entstehungsdatum der Ikone hin. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie Anfang des 20. Jahrhunderts von Griechisch-Orthodoxen verwendet wurde. Auch die Herkunft des Objekts südlich von Burgas, wo bis zu den Balkankriegen 1912/13 mehrheitlich Griech*innen lebten, legt dies nahe. Der Sammler Gustav-Adolf Küppers-Sonnenberg erwarb die Ikone im Juni 1939. Dies geschah im Rahmen der letzten seiner insgesamt fünf Sammelreisen auf dem Balkan. Sammelorte waren dabei vor allem die Ortschaften Brodilovo, Sozopol, Zarewo (früher auch unter dem griechischen Namen "Wasiliko" bekannt) und Balgari (früher auch unter dem griechischen Namen "Vurgari" bekannt). Küppers Tochter Heimtraut beschrieb diesen Teil der Reise in ihrem Reisetagebuch, vgl. Einträge ab 3.6.1939 (MEK, Ident.-Nr. N (62 F) 2/2023).