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Junger Mann mir Kippa/Jarmulka


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Objektbeschreibung

Junger Mann mit einer einfachen Kippa/Jarmulka aus Stoff sowie Pejes ("Schläfenlocken"). Die Originalbezeichnung des Bilder war "Jude".  

Die Aufnahme stammt von der vierten Reise des Sammlers Gustav-Adolf Küppers, die ihn u.a. in die Stadt Borscha im multiethnischen Maramures in Rumänien führte. Neben Deutschen, die im 19. Jahrhundert aus der heute slowakischen Zips gekommen waren, gab es hier auch Ruthenen (Ukrainer), Rumän*innen sowie Jüdinnen und Juden. 

In Borşa lebten noch 1930 etwa 2.500 Jüdinnen und Juden (bei einer Gesamtbevölkerung von ca. 11.000). Schon zu dieser Zeit wurden sie Opfer antisemitischer Angriffe. So wurde das jüdische Viertel der Stadt schon 1930 von Mitglieder der faschistischen "Eisernen Garde" zerstört. Seit 1940 gehörten die Region und die Stadt zu Ungarn; alle Jüd*innen wurden im Mai 1944 deportiert und die meisten von ihnen in Konzentrationslagern ermordet. Im Jahr 1956 lebten nur noch rund 150 jüdische Personen in der Stadt.

Der Fotograf publizierte seine Fotos und Eindrücke von seinen Reisen durch Südosteuropa u.a. in nationalsozialistischen Blättern wie "Volk und Rasse". Auch war er neben dem Museum auch im Auftrag des Kaiser Wilhelm Instituts für Eugenik unterwegs, einem der Hauptakteure nationalsozialistischer "Rassenforschung". Es konnten jedoch keine Hinweise gefunden werden, dass Bilder von Jüd*innen aus der Sammlung Küppers am MEK für diese Publikationen verwendet wurden.