Mantel mit Kapuze
Objektbeschreibung
Schwarzer Mantel mit Kapuze, grobgewebt aus Haarstoff, Wolle, z.T. aus Flicken zusammengesetzt.
Der Sammler G.A. Küppers fuhr bei seiner letzten Reise im Jahr 1939 in die Hochebenen des Balkangebirges zu den hier lebenden Karakatschani-Hirten ("Karakatschanen"), von denen dieser Mantel stammt. Die Karakatschani (bulg: каракачани; griechisch: Sarakatsani/Σαρακατσάνοι) lebten bis ins mittlere 20. Jahrhundert als nomadische Gruppe, die vergleichsweise isoliert von ihrer Umgebung lebte und entsprechend viele kulturelle Eigenheiten bewahren konnte; sie sprachen einen griechischen Akzent; als Wander- und Schafs-/Ziegenhirten waren sie im ganzen südöstlichen Balkan präsent und zu Beginn des 20. Jh. u.a. vom Epirus ins Peloponnes sowie von Thrakien in Richtung Zentralbulgarien, v.a. in die Stara Planina, aber auch in andere Regionen (etwa v.a. um Sliven) migriert. Sie produzierten für den Eigenbedarf, boten ihre Produkte häufig aber auch auf den Märkten an. In den späten 1950er/frühen 1960er Jahren wurden die Karakatschani in Bulgarien gezwungen, den nomadischen Lebensstil aufzugeben (Zwangsaufgabe der Herden, Steuern, Arbeitsdienste, Integrierung in die Kooperativen etc. führen zum Niedergang sozialer Strukturen und kulturelle Praktiken) - 1961 gab die letzte Familie den Transhumanismus auf. Durch Grenzziehungen im 20. Jahrhundert, spätestens aber durch die Trennung der griechisch-bulgarischen Karakatschani durch den "Eisernen Vorhang" wurde der transnationale Lebensstil stark eingeschränkt.