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Kruzifix auf Sockel


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Objektbeschreibung

In seinem 1980 erschienenen Bestandskatalog der Meißener Porzellansammlung im Berliner Kunstgewerbemuseum schreibt Stefan Bursche zu dem Kruzifix: "Die ruhige Haltung der Figur, der auf die rechte Schulter gesunkene Kopf mit geschlossenen Augen, der weichmuskulöse Körper und die Art des Faltenwurfs wurden als stilistische Eigenheiten des Dresdner Bildhauers Benjamin Thomae (1682-1751) angesehen. [...] Die Zuschreibung findet ihre Bestätigung in einer Aktennotiz, wonach Thomae am 14.8.1711 an der Verfertigung 'neuer Dessins und Statuen' für die Manufaktur mitwirkt. Die Dresdner Porzellansammlung besitzt eine Ausformung des Kruzifixes in Böttgerporzellan mit zugehörigen Figuren von Maria und Johannes, die verkleinerte Wiedergaben wesentlich größerer, ebenfalls dem Werk Thomaes zugeschriebener Figuren sind. Offenbar war auch an eine Herstellung der Gruppe aus Steinzeug gedacht, denn der Manufakturinspektor Johann Melchior Steinbrück erwähnt in einem unveröffentlichten, in der Dresdner Porzellansammlung aufbewahrten Bericht [...], daß um 1717 an einem Geschenk für den päpstlichen Nuntius Piazza in Paris gearbeitet wurde, 'bestehend unter andern in einem großen Crucifix-Bilde von rothen pollierten porcellain.' 'Crucifixe mit zugehörigen Creutzern und Postamentern' nennt Böttger schon 1712, mit Statuen erscheinen solche in einem Inventar von 1718/19 [...] und sowohl geschliffen wie ungeschliffen, mit 'zugehörige Postamenten Toden Kopffe, Gebeinen, und schwarz gebeizten hölzernen Creuzen' im Inventar von 1721 unter N:85 und N:86. Kruzifixe aus Porzellan sind noch in der Verkaufsliste von 1731, Nr. 245, aufgeführt. [...] Der Sockel des Berliner Stückes mit seinen verzogenen Kanten und einer wohl durch verschieden gefärbte Tone erzeugten marmorartigen Oberfläche stammt möglicherweise aus der Manufaktur Plaue." // Vergleichsobjekte in der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, in Gotha, Friedenstein Stiftung, sowie im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart // Lit.: Stefan Bursche: Meissen. Steinzeug und Porzellan des 18. Jahrhunderts, Kunstgewerbemuseum Berlin (West), 1981, Kat. Nr. 31 // ClKa